Das Stadtteilbad in Kleinlinden bleibt im Sommer 2020 geschlossen - im Unterschied zum Freibad Ringallee, das am 4. Juli öffnet.
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Das Stadtteilbad in Kleinlinden bleibt im Sommer 2020 geschlossen - im Unterschied zum Freibad Ringallee, das am 4. Juli öffnet. 

Schwimmbad öffnet

Freibad Gießen: Beschränkungen wegen Corona - Was Ringallee-Gäste beachten müssen

  • Guido Tamme
    vonGuido Tamme
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Die Stadtwerke haben ein "Hygienekonzept" für das Freibad Ringallee vorgelegt. Es gibt zahlreiche Beschränkungen. Das ist heftig: Maximal 500 Badegäste am Tag dürfen eingelassen werden, ins große Becken dürfen anfangs nur 60 gleichzeitig.

Gießen (pm/ta). Am ersten Samstag der hessischen Sommerferien (4. Juli) empfangen die Stadtwerke Gießen wieder - wie berichtet - Badegäste im Freibad Ringallee. Diese Öffnung unter Coronabedingungen bringt verschiedene Änderungen mit sich. Die Stadtwerke bitten Besucher, sich darauf einzustellen.

Zentraler Baustein der Hygienekonzepte, die der Öffnung der Bäder zugrunde liegen, ist das Abstandsgebot. Hiervon betroffen sind vor allem die Eingangsbereiche. Denn dort kommt es üblicherweise zu größeren Menschenansammlungen, weil sich an sonnigen Tagen häufig Schlangen vor der Kasse bilden. "Das müssen wir unbedingt vermeiden", führt der für den Bäderbetrieb zuständige Uwe Volbrecht aus.

Aus diesem Grund haben die Gießener Bäder ein E-Ticket-System eingerichtet. Das bedeutet: Wer ins Freibad Ringallee möchte, kann ab Mittwoch, 1. Juli, also noch vor dem Öffnungstermin am 4. Juli, jeweils für den Tag seines Besuchs auf der Website der Gießener Bäder Eintrittskarten erwerben. Zunächst gibt es ein Kontingent von vier Karten pro Person - also ausreichend für eine Familie mit zwei Kindern. Die Tickets sind für einen ganzen Tag gültig.

Freibad Ringallee Gießen: Kontigent für Dauerkarteninhaber

Mit den online erworbenen Eintrittskarten ausgestattet, gelangen die Besucher dann schnell und unkompliziert ins Freibad. "Wir gehen aktuell davon aus, dass wir für etwa 70 Prozent der täglich verfügbaren Plätze im Freibad Karten über das neue System verkaufen können. 30 Prozent halten wir für unsere Saison- und Dauerkarteninhaber frei", beschreibt Uwe Volbrecht das Vorgehen. Aber dieses Verfahren ist nicht in Stein gemeißelt. "Wir überprüfen das Verhältnis jeden Tag und steuern entsprechend nach."

Dieses atmende System wenden die Gießener Bäder auch bei der maximalen Besucherzahl an. Anfangs dürfen höchstens 60 Personen gleichzeitig ins große Becken. Daraus errechnet sich für das Freibad Ringallee die zunächst maximale Besucherzahl von 500 Menschen am Tag. Das ist etwa ein Zehntel der bisherigen Besucherrekorde. Für das Westbad planen Uwe Volbrecht und sein Team mit 150 und im Badezentrum mit 160 Gästen pro Tag. "Wenn sich alle an die Regeln halten und wir feststellen, dass wir Luft nach oben haben, passen wir unsere Zahlen entsprechend an", verspricht Volbrecht.

Eben diese Zugangskontrolle ist es, was die Angelegenheit extrem personalintensiv macht. Denn an allen Zu- und Ausgängen zu den Becken stehen Fachkräfte, die darüber wachen, wie viele Menschen sich im Wasser befinden.

Ob die maximale Besucherzahl erreicht ist oder noch nicht, lässt sich online feststellen. Der Ticketshop zählt automatisch mit und beendet den Verkauf, wenn das Limit erreicht ist. Für Saison- und Dauerkarteninhaber wird ein Ampelsystem eingeführt: Auf der Homepage der Bäder signalisiert ein grünes, oranges beziehungsweise ein rotes Feld, ob es sich lohnt, den Weg ins Freibad anzutreten. Maßgeblich für den Einlass ist dann aber die tatsächliche Zahl vor Ort. "Auch vor dem Eingang werden wir ein entsprechendes Signal aufstellen", warb Volbrecht um Verständnis.

Der Infektionsschutz erfordert noch weitere Änderungen im gewohnten Ablauf. So bleibt das Babybecken bis auf Weiteres trocken. Toiletten und Duschen sind zwar geöffnet, aber auch hier gelten Einschränkungen, was die Anzahl der Personen in diesen Bereichen betrifft. Außerdem gibt es einen neuen Ausgang - rechts neben dem Kiosk durch das Tor. "Das ist aktuell der einzige Weg, um das Freibad zu verlassen", ergänzt Volbrecht. Ebenfalls wichtig zu wissen: Die Gießener Bäder registrieren alle Badegäste namentlich und mit Telefonnummer. Denn nur so lassen sich Ansteckungen zurückverfolgen und Infektionsketten unterbrechen. Sollte es zu sprunghaft steigenden Krankheitszahlen kommen, kann das Gesundheitsamt eventuell Betroffene mithilfe dieser Listen warnen.

All diese Coronaregeln gelten mit den jeweils badspezifischen Anpassungen und bis auf Weiteres auch in den anderen Gießener Bädern. Aktuelle Informationen gibt es unter www.facebook.com/giessenerbaeder sowie unter www.giessener-baeder.de. Auf dieser Website findet sich zudem ein gut sichtbarer Link zum neuen E-Ticket-Shop sowie weiteren Information für den Besuch in den Gießener Bädern und eine FAQ-Liste.

Die Öffnung des Stadtteilbades in Kleinlinden war am Mittwochabend ein Thema im dortigen Ortsbeirat. Auf Antrag von Ortsvorsteher Dr. Klaus Dieter Greilich (FDP) wurde - bei zwei Enthaltungen - einstimmig die Bitte an den Magistrat beschlossen, er solle sich dafür einsetzen, dass auch das Kleinlindener Freibad zum Beginn der Sommerferien geöffnet wird. Das blieb allerdings ein frommer Wunsch. Denn Stadträtin Astrid Eibelshäuser hatte zuvor erläutert, dass die Stadtwerke nach den Öffnungen des Freibades Ringallee am 4. Juli, des Hallenbades West an 6. Juli sowie des Badezentrums Ringallee am 15. Juli zunächst beobachten wollen, wie die Einhaltung der Hygienebestimmungen gelingt. Erst aufgrund dieser Erfahrungen würden die SWG entscheiden, ob und wann die Freibädern in Kleinlinden und Lützellinden wieder zugänglich gemacht werden. Ohnehin dürften wegen der Abstandsvorgaben maximal 30 Besucher gleichzeitig in den kleinen Bädern sein.

CDU und FDP mochten dieser Argumentation nicht folgen. Ortsvorsteher Greilich warf den Stadtwerken "Organisationsversagen" vor. Der Wiederfreigabe-Termin sei lange bekannt gewesen und hätte vorbereitet werden können; außerdem sei die Einhaltung der Hygienebestimmungen in den beiden kleinen Bädern leichter zu kontrollieren als in der Ringallee. Über "übertrieben Vorsicht" mokierte sich Winfried Wagenbach (CDU). Verständnis für die SWG-Position zeigten hingegen die SPD-Vertreterinnen Ingrid Kaminski und Eva Janzen. Dass erst einmal getestet werden soll, leuchte ein; zudem sei durch die Pandemie der Personalaufwand höher als sonst.

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