Frank-Magnus-Stiftung gegründet

Gießen (keh). Horst Horman, ehemaliger Bürgermeister von Allendorf/Lumda, bildet zusammen mit dem Leiter des Diakonischen Werkes Gießen, Holger Claes, den Vorstand der neu gegründeten Frank-Magnus-Stiftung. Diese wird ab sofort mit jährlichen Zuwendungen die Diakonie sowie den Tierschutzverein in Gießen unterstützen.

Nach Sohn der Stifter benannt

Die Gründung der Stiftung geht auf das Gießener Kaufmann-Ehepaar Ewald und Tatjana Magnus zurück und trägt den Namen ihres einzigen Kindes. Sohn Frank war früh bei einem Unfall ums Leben gekommen. Mit der Stiftung wollen sie ihm ein Andenken setzen und dabei gleichzeitig karitative Zwecke unterstützen. Bereits 1991 hatte das Paar seinen letzten Willen bei einem Notar bekunden und 1994 ergänzen lassen. Als Ewald Magnus vor zwei Jahren im Alter von 97 Jahren starb, wurde der Nachlass wirksam.

Begleitet wurde der Gründungsprozess durch Anwalt und Notar Wolfram Sichelschmidt. Nachdem auch das Gießener Regierungspräsidium als Stiftungsaufsicht und das Finanzamt seine Genehmigung erteilt hatten, konnte die Frank-Magnus-Stiftung ihre Tätigkeit Anfang 2021 aufnehmen. Dabei fungiert Horst Hormann, Bürgermeister außer Dienst, als Vorstandsvorsitzender. »Es war mir ein persönliches Anliegen, die Stiftung zu verwalten«, sagt er, denn er habe Ewald Magnus gut gekannt.

Als stellvertretender Vorsitzender ist der jeweilige Leiter des Diakonischen Werkes Gießen gesetzt. Holger Claes wird also von seinem Nachfolger abgelöst. Beide Männer verwalten die Stiftung ehrenamtlich.

Dabei ist in der Satzung ein Höchstbetrag von 1500 Euro für Verwaltungs- und Rechtskosten festgelegt. Mit diesem Budget kümmert sich die Frank-Magnus-Stiftung ebenfalls um die Pflege des Grabes ihrer Gründer.

»Die Besonderheit hierbei ist, dass es sich um eine Verbrauchsstiftung handelt«, sagt Claes. In der Satzung ist festgeschrieben, dass jährlich bis zu zehn Prozent des Gründungsvermögens für den guten Zweck verwendet werden müssen.

Hormann erläutert, dass sich die komplette Summe auf »mehrere 100 000 Euro« beläuft. Jährlich könne die Stiftung also mit einem »ansehnlichen Betrag von etwa 50 000 Euro tätig« werden.

Festgelegt als Verbrauchsstiftung

Es sei auch festgelegt, dass von diesem Geld 90 Prozent an die Diakonie gehe. Die übrigen 10 Prozent werden auf die Tafel, die dem Diakonischen Werk untersteht, und den Gießener Tierschutzverein aufgeteilt. Die entsprechenden Beträge für dieses Jahr wurden bereits ausgezahlt. »Verbraucht sein« muss das Vermögen spätestens bis zum 31. Dezember 2032.

»So ist das Geld auf zehn Jahre gesehen eine verlässliche Größe bei den finanziellen Planungen der Einrichtungen«, sagt Claes. Als Leiter des Diakonischen Werkes berichtet er, dass das Geld bei ihnen nicht einfach dem Haushalt beigefügt werden solle. Davon werden spezielle Anschaffungen getätigt, wie zum Beispiel die Ausstattung für das neue Familienzentrum, das in Gießen-West gebaut wird.

»Das Gute ist, dass wir nicht zu festgelegt sind. So können wir planen und entscheiden, wohin das Geld fließt«, sagt Claes.

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