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Die Hohe Warte gehört wegen ihrer ökologischen Wertigkeit zum Nationalen Naturerbe. Dort grasen auch die Przewalski-Pferde. ARCHIVFOTO: EP

Hohe Warte

Forstbetrieb appelliert an Spaziergänger

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Gießen (pm). Der Bundesforstbetrieb hat jetzt an Spaziergänger im Naturschutzgebiet Hohe Warte appelliert, mehr Rücksichtnahme walten zu lassen. In einer Pressemitteilung ist davon die Rede, dass der zuständige Revierleiter beschimpft worden sei. Außerdem würden Passanten die Fauna und Flora durch ihr Verhalten stören.

Seit Beginn der Corona-Pandemie nutze die Bevölkerung rund um Gießen die Fläche Hohe Warte - sie gehört aufgrund ihrer ökologischen Wertigkeit zum Nationalen Naturerbe - verstärkt als Naherholungsgebiet, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde. Der Bundesforstbetrieb, der für das Gebiet zuständig ist, versuche, die naturschutzfachlichen Ziele dieser besonderen Fläche mit Besucherwünschen in Einklang zu bringen. Dazu gehöre auch, auf die Benutzung der Wege hinzuwiesen, gerade in der Brut- und Setzzeit, und damit die besonderen Tier- und Pflanzenarten zu schützen.

Der zuständige Bundesförster habe in den vergangenen Monaten jedoch verstärkt festgestellt, dass beispielsweise Kleingewässer abseits der Wege, die als wichtiger Lebensraum für verschiedene Amphibienarten dienen, zum »Hundebaden« genutzt worden seien. Zudem hätten Besucher vermehrt die ausgewiesenen Rad- und Wanderwege verlassen und störten dadurch das beginnende Brutgeschäft der hier lebenden seltenen Bodenbrüter. Auch hätten sich Unbekannte auf den hochsensiblen Freiflächen, weit ab von den Wegen, mehrfach auf »Eiersuche« begeben.

Durch verstärkte Präsenz auf der Fläche möchte der Bundesforstbetrieb den Besuchern durch Öffentlichkeitsarbeit die Naturschutzziele näherbringen. Die »Öffentlichkeitsarbeit im Kleinen« direkt vor Ort hat deutlich zugenommen. Dabei stehe der Schutz von Personen neben dem Naturschutz im Vordergrund. Der zuständige Revierleiter nutze ein Dienstfahrzeug sowie die ausgewiesenen Wege in gemäßigter Geschwindigkeit. Leider sei es sogar schon vorgekommen, dass er von Spaziergängern beschimpft worden sei, weil er beispielsweise mit dem Auto über die Fläche zu seinem Einsatzort gefahren sei.

Eine Grenze sei dann überschritten, wenn Wege, die auch für Rettungsfahrten oder Feuerwehreinsätzen genutzt werden müssen, bewusst in der Befahrbarkeit eingeschränkt würden. Das sei keinesfalls akzeptabel, so der Bundesforstbetrieb.

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