Ein bisschen wie im Gruselfilm: Der Hangelstein beherbergt urige Felsen sowie seltene Tiere und Pflanzen. FOTO: SCHEPP
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Ein bisschen wie im Gruselfilm: Der Hangelstein beherbergt urige Felsen sowie seltene Tiere und Pflanzen. FOTO: SCHEPP

Vom Flussufer zur Felsenkanzel

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Das Naturschutzgebiet Hangelstein lässt sich von der Innenstadt aus auf markierten Wegen in einer großen Runde erkunden. Der blaue Strich und das blaue Dreieck führen am Lahnufer hin und an der Wieseck entlang zurück.

Die meisten markierten Wege in Gießen führen weit übers Stadtgebiet hinaus (warum, war Thema im zweiten Teil dieser Serie). Wir wollen aber eine Runde gehen und kombinieren daher zwei Teilstücke vom und zum Hangelstein: Die ersten sieben Kilometer folgen wir dem "Lumdatal-Bergweg" Richtung Allendorf/Lumda. Zurück in die Stadt geht es acht Kilometer lang auf dem "Oberhessen"-Weg 1, der bis zum Hoherodskopf führt. Beide Bezeichnungen wie auch die Markierungen stammen vom Vogelsberger Höhenclub.

Betonknoten und Vulkangestein

Wir starten am Domizil des Wassersportvereins "Hellas" am Wißmarer Weg (Buslinie 12, Sandfeld) und folgen dem blauen Strich nordwärts immer an der Lahn entlang. Die verläuft hier kurvenreich und besonders idyllisch, ebenso wie der beliebte schmale Weg direkt am Ufer. Nicht nur in Corona-Zeiten geht es dort manchem allerdings allzu eng zu. Immer wieder wird man von Radfahrern angeklingelt, weicht Joggern und Hundebesitzern aus.

Wir verlassen das Flussufer nach etwa drei Kilometern an der Bootseinstiegsstelle am Anfang des Inselwegs, unterqueren den Bahndamm und gelangen durchs Gebiet Hunsbach über den Gießener Ring. (Man kann aber auch bis zur Badenburg am Lahnufer bleiben und dort rechts abbiegen.) Auf dem Fahrsträßchen heißt es aufpassen: Der blaue Strich lenkt auf einem Pfad an einem Gartenzaun entlang nach links in den Wald. Wir gehen abwärts zum Lollarer Ortsrand, über die Straße und dann stetig bergauf.

Wir queren einen Brückenknoten, mit dem Bauingenieure der 1970er-Jahre offenbar ihr Beton-Können demonstrieren wollten: In elegantem Bogen schwingt sich der schmale Fußweg über die Kreuzung von Gießener Ring, Bundesstraße 3 und der Landstraße Richtung Lumdatal.

Etliche Jahrmillionen älter ist das Naturschutzgebiet Hangelstein, das wir nun erreichen. Gut 300 Meter hoch ist der Basaltkegel vulkanischen Ursprungs, den wir mit der Markierung blaues Dreieck umrunden. Der breite Weg führt immer wieder bergauf und bergab.

An den aufragenden Felsenkanzeln im düsteren Wald fühlen wir uns ein wenig wie im Gruselfilm. Naturfreunde können hier seltene Arten entdecken, vom Uhu bis zum Gefleckten Knabenkraut. Die städtische Broschüre "Naturschätze in Gießen", zu haben im Rathaus, führt sie alle auf.

Nun heißt es den Abzweig Richtung Stadt mit dem blauen Dreieck nicht verpassen. Am Traditions-Ausflugslokal Waldfrieden vorbei geht es an die Wieseck. Unterhalb des gleichnamigen Stadtteils folgen wir dem Flüsschen auf belebten Wegen und gelangen durch den Stadtpark zurück zum Ausgangspunkt. Die letzten Kilometer kann man freilich auch im Stadtbus der Linie 5 zurücklegen.

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