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Florian Ludwig ist der neue Interims-Generalmusikdirektor am Stadttheater. FOTO: PM/WEGST

Florian Ludwig neuer GMD

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Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Michael Hofstetter als GMD des Stadttheaters und mit der einjährigen Abordnung von Jan Hoffmann an die Semperoper herrschte im Musiktheater des Stadttheaters Personalnot. Die ist nun für die beiden kommenden Spielzeiten behoben: Florian Ludwig wird für zwei Jahre musikalischer Leiter.

Dirigent Florian Ludwig wird für die beiden Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 die künstlerische Leitung des Philharmonischen Orchesters Gießen übernehmen. Dazu wird er den Titel Generalmusikdirektor tragen. Unabhängig von diesem Engagement für die Interimszeit bis 2022, dem Jahr, in dem Cathérine Miville als Intendantin des Stadttheaters aufhört, läuft das Bewerbungsverfahren für den neuen Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2022/23. Ludwig steht für diese Aufgabe nicht zur Verfügung. "Ich werde mich so oder so auf keinen Fall auf eine GMD-Stelle bewerben", signalisiert er.

Martin Spahr wird Erster Kapellmeister

Es gibt auch noch weitere Veränderungen im Musikbereich des Stadttheaters, die Intendantin Miville und Interims-GMD Ludwig am Mittwoch vorstellten: Der derzeitige Kapellmeister, kommissarische Chordirektor und Leiter der Schauspielmusik, Martin Spahr, wird ab der kommenden Spielzeit Erster Kapellmeister am Stadttheater.

Von seinem einjährigen Gastengagement als Erster Chordirektor an der Semperoper in Dresden wird zudem der stellvertretende GMD und Chordirektor des Hauses, Jan Hoffmann, zurückkehren, sodass ab August 2020 das musikalische Leitungsteam vollständig sein wird. Schließlich gilt Mivilles Maxime: "Wir brauchen drei qualifiziert dirigierende Menschen im Haus."

Florian Ludwig gilt als vielfach leitungserfahrener Chefdirigent mit überregionaler Reputation. Er studierte in München, war Kapellmeister in Mannheim und Bremen und wurde als GMD von 2008 bis 2017 am Theater in Hagen hochgelobt. 2014 gab es dafür vom Verband Deutscher Musikverleger den Preis für das beste Konzertprogramm. "Es gibt keine Nische, in die ich nicht schon einmal geblickt habe", unterstreicht Ludwig sein Faible für ein breit aufgestelltes Konzertprogramm. Auch am Stadttheater Gießen ist er kein Unbekannter mehr. Erst im Mai 2019 war er binnen weniger Stunden für den erkrankten damaligen GMD Michael Hofstetter eingesprungen und hatte das Sinfoniekonzert dirigiert. Aktuell steht er für die Produktionen "Glaube. Liebe. Abschied", Humperdincks "Hänsel und Gretel" und beim nächsten Sinfoniekonzert am Pult.

Der 49-jährige gebürtige Franke ist Professor für Orchesterleitung an der Hochschule in Detmold. Deren Zustimmung brauchte es auch für das zweijährige Engagement in Gießen. Nun werden seine Lehrverpflichtungen zeitlich geblockt und Ludwig wird zwei Jahre lang zwischen Gießen und Detmold pendeln. Auf die Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester freue er sich sehr, betont er. Und diese Freude beruhe auf Gegenseitigkeit, unterstreicht die Intendantin.

Jan Hoffmann kehrt aus Dresden zurück

Ludwig ist bereits dabei, das Konzertprogramm der nächsten Spielzeit zusammenzustellen und verspricht "neue Farben für Gießen". Musikvermittlerische Aspekte sollen dabei eine ebenso große Rolle spielen wie eine Mischung als Altbewährtem und neuer Musik. "Das Theater freut sich, einen so hoch qualifizierten künstlerischen Partner gewonnen zu haben, der zusätzlich zu seiner Arbeit mit dem Orchester auch das Profil des Konzertbereichs durch seine bekanntermaßen herausragend vielfältigen Programme bereichern und frische Impulse auch im Musiktheater setzen wird", betont Miville.

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