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Die Crew der Johanniter-Luftrettung bringt das Infektions-Transportsystem IsoArk zum Hubschrauber. FOTO: PM

Fliegende Beförderung von Corona-Kranken

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Gießen(pm). Beim Transport intensivpflichtiger, infektiöser Patienten geht es neben kurzen Transportzeiten, gut ausgebildetem Personal und Einhalten des Infektionsschutzes vor allem um eines: Die Intensivbehandlung ununterbrochen fortzuführen. Die Johanniter Luftrettung hat sich frühzeitig darauf spezialisiert und das Infektions-Transportsystem IsoArk im Jahr 2013 als Erste auf Rettungs- und Intensivtransporthubschraubern eingesetzt. Sie ist damit Vorreiterin für die Durchführung von luftgebundenen Infektionstransporten.

Insgesamt verfügt die Johanniter Luftrettung über drei IsoArk-Systeme. Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens sind sie alle derzeit in Hessen stationiert. "In Hessen und den angrenzenden Bundesländern haben wir mit unseren beiden Intensivtransporthubschraubern Christoph Gießen und Christoph Mittelhessen bis jetzt weit über 25 intensivpflichtige Patienten geflogen, die zum Zeitpunkt des Transportes an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt waren oder unter Corona-Verdacht standen", erklärt der Arzt und Ärztliche Leiter der Johanniter Luftrettung, Mumi Taleb. Man könne sagen, dass für die Johanniter Luftrettung Infektionstransporte eher Routine als die Ausnahme darstellten. Auch wenn natürlich jeder Transport herausfordernd sei und die Vorbereitung des Patienten immer deutlich mehr Zeit beanspruche, als es die wenigen Flugminuten vermuten ließen.

Das sogenannte Ein- und Ausschleusen der Patienten in die Isolationskammer ist keine Aufgabe für jedermann. Die medizinische Crew der Hubschrauber ist speziell dafür geschult. Alle wissen genau, was getan werden muss, damit die Handgriffe sitzen und der Patient bei laufender Intensivbehandlung in das Transportsystem überführt wird: "Unter anderem dafür trainieren wir auch regelmäßig als Team. Die Routine ist wichtig, damit auch in stressigen Situationen alle besonnen handeln. Die Patientensicherheit ist unser höchstes Gut", unterstreicht der Arzt.

Das Infektions-Transportsystem IsoArk besteht aus einem Isolierzelt und dem zugehörigen Filtersystem. Das System arbeitet mit einem Unterdruck-Prinzip. Zusammen mit einem Nanopartikel-Filtersystem wird sichergestellt, dass Krankheitserreger das Isolierzelt nicht verlassen - Personal und Umgebung werden geschützt. Selbst wenn die Zelthülle beschädigt werden sollte, kann die Unterdruckpumpe Risse bis zu zehn Zentimetern Länge ausgleichen und der Schutz bleibt bestehen.

Die intensivmedizinische Behandlung wird während des Transportes nahtlos fortgeführt, da der Patient von beiden Seiten voll zugänglich ist. Durch Schleusen und integrierte Handschuhe können jederzeit alle Maßnahmen - von der Medikamentengabe bis hin zur Reanimation - sicher vorgenommen werden. "Durch den besonders großen Innenraum unserer Maschinen ist es möglich, bis zu drei Personen zusätzlich zur normalen dreiköpfigen Besatzung und dem Patienten zu transportieren", führt Taleb aus. Während des Fluges ist der Patient durchgehend in Behandlung und unter Beobachtung, im Notfall kann sofort eingegriffen werden.

Die Infektions-Transportsysteme werden nach jedem Einsatz in einer extra dafür gebauten Desinfektionskammer aufbereitet. Sie ist nach den strengen Richtlinien des Robert-Koch-Institutes zertifiziert. Die Aufbereitung übernehmen speziell geschulte Desinfektoren.

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