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Ein Tucker-Standort ist in der Junkersstraße. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Stellenabbau

Gießen: Trotz Entlassungen bei größtem industriellen Arbeitgeber „schlimmster Fall nicht eingetreten“

  • VonSebastian Schmidt
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Weil die Firma Tucker Personalkosten einsparen will, stehen am Standort Gießen weitere Stellenstreichungen an. Immerhin: Im letzten Jahr waren die Prognosen noch düsterer.

Gießen – Der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt, die Tucker GmbH, hat bereits zum Dezember vergangenen Jahres 36 Mitarbeiter entlassen. Vier weitere sollen laut Tucker-Sprecherin Barbaro Roos bis Mai folgen. Mario Wolf von der IG Metall Gießen kritisiert die Entlassungen, »für die es keine wirtschaftliche Notwendigkeit gibt.«

Den Stellenabbau kündigte das Unternehmen bereits vergangenen Oktober an und begründete dies mit den durch die Corona-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheiten. Zuerst standen sogar 80 Entlassungen im Raum. Das Unternehmen teilte damals mit: »Es werden 20 Prozent der indirekten Personalkosten an den europäischen Standorten reduziert. Werker in der Produktion werden nicht betroffen sein.«

Gießen: Stellenabbau im administrativen Bereich

Laut Betriebsrat Peter Schneider wurden wie angekündigt Stellen im administrativen Bereich abgebaut, »aber deutlich weniger als es zuerst hieß.« Roos sagt, dass das Unternehmen die Entlassungen in zwei Phasen geplant hatte. Die zweite Phase wurde aber wieder überdacht und werde nicht vollzogen. Wolf sagt dazu: »Der schlimmste Fall ist somit nicht eingetreten.« Aber es gehe bei dem Stellenabbau um reine Kostenersparnis - einer Konzernvorgabe aus den USA. Notwendig seien die Entlassungen nämlich nicht gewesen. »Der Laden läuft.«

Tucker ist ein Unternehmen der Stanley Engineered Fastening GmbH, die wiederum zum amerikanischen Stanley-Black & Decker-Konzern gehört. Die Firma beschäftigt an drei Standorten in Gießen, in der Max-Eyth-Straße (Kunststoff- und Bolzenfertigung), in der Junkersstraße (Gerätefertigung) sowie in Großen-Linden (Logistik), rund 1200 Beschäftigte. Tucker beliefert die Autoindustrie, aber auch Haushaltsgeräte-, Elektronik- und Metallhersteller. (seg/jri)

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