Podcasts hören ist schwer angesagt. Der Hype ist längst auch in Gießen angekommen.
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Podcasts hören ist schwer angesagt. Der Hype ist längst auch in Gießen angekommen.

Medien

Filme, Fotografie, Firlefanz: Fünf spannende Podcasts aus Gießen

  • vonDaniel Beise
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Podcasts sind aus der Medienwelt kaum mehr wegzudenken. Auch Gießener produzieren vermehrt solche lockeren Gesprächsrunden. Fünf Kurzporträts über Publizisten aus der Region.

Gießen – Immer mehr Medien, Initiativen, Kulturschaffende oder auch Ministerien nehmen Podcasts in ihr Portfolio auf – um zu informieren, zu diskutieren, zu unterhalten. Doch die schiere Explosion des Angebots in den vergangenen Jahren ist wohl vor allem auf Privatpersonen zurückzuführen, die Podcasts zu allen möglichen Themen produzieren. Sei es Gaming, Sammlertum oder Angeln. Allein zwischen 2018 und 2019 kamen auf dem Streamingdienst Spotify 10 000 deutschsprachige Angebote hinzu; über 10 Millionen hierzulande sind aktive Hörer. Dazu trägt auch bei, dass Equipment und Software nicht besonders kompliziert und teuer sind. Mit ein bisschen Recherche kann jeder zu Hause selbst einen Podcast aufnehmen.

Was ist eigentlich Podcast? Das englische Kofferwort setzt sich zusammen aus »pod« (Kapsel, Hülse) vom Audioplayer iPod sowie dem Begriff Broadcast aus der Rundfunklandschaft für Sendung oder Übertragung. Der Unterschied zu gängigen Radiobeiträgen liegt nicht nur in der Länge, sondern auch in der Freiheit eines Podcasts. So waren es anfänglich vor allem private Shows, in denen sich zwei oder drei Personen frei unterhielten. Kein professioneller Journalismus oder kommerzielles Entertainment. Sondern – wenn man so will – ein weiterer Medienkanal aus dem Kreis der Blogger und Youtuber. Heute ist diese Abgrenzung schwammiger. Das „Coronavirus-Update” ist natürlich Journalismus und „Fest & Flauschig” mit Jan Böhmermann und Olli Schulz kommerzielle Unterhaltung.

Der Begriff Podcast wurde bereits in den Nullerjahren geprägt. Doch erst mit der nahezu lückenlosen Verbreitung von Smartphones seit den Zehnerjahren ist Podcast ein Massenmedium geworden. So gibt es inzwischen auch von Gießenern einige, wo sich das Reinhören lohnt.

Podcasts aus Gießen vorgestellt: „Voll auf die Klappe“

Filmpodcasts dürften gerade sehr beliebt sein. Moritz Müller (31) und Daniel Schall (37) besprechen jeden Montag aber nicht nur einen Film ausführlicher, sondern liefern seit Ende 2019 auch News aus der Kino- und Streamingwelt. “Dazu eine Note Persönliches”, wie sie sagen. “Voll auf die Klappe” ist mehr ein Gespräch zwischen zwei Freunden denn eine umfassende Filmanalyse. Genres bedienen sie viele: “Ich mag Horror, während Daniel am liebsten einen großen Bogen darum machen würde”, sagt Müller. Zudem versuchen sie, immer wieder Filme einzubauen, von denen sie vorher schon wüssten, dass sie ihnen nicht gefallen werden. Auch Gießen komme des Öfteren zur Sprache, “hauptsächlich aber Neues zu den örtlichen Kinos”. Müller und Schall haben sich während der Studienzeit kennengelernt und schnell gemerkt, dass sie beide Filmliebhaber sind. So machen sie diesen Podcast nicht, um Geld zu verdienen. Sondern “aus Spaß an der Freude”.

Zu finden bei: Apple, Spotify, Google und anderen.

Podcasts aus Gießen vorgestellt: „Shotcast“

“Uns ist aufgefallen, dass es keinen Podcast gibt, der sich einfach mit dem Leben von Foto- und Videografen befasst”, schreiben die beiden ehemaligen Studenten der Technischen Hochschule Mittelhessen Christian Hain (28) und Daniel Körber (29). Viele in dieser Sparte seien meist sehr techniklastig. Mit “Shotcast” wollen sie “die Foto- und Video-Nische mit Unterhaltung verknüpfen”. Dabei diene der Podcast auch zur Selbstreflexion, “weil wir bewusster durch den Alltag gehen auf der Suche nach Themen”. Seit April 2020 erzählen sie wöchentlich “aus dem Leben zweier Kamerafreaks” und komplettieren das mit Fakten aus Video- und Fotografie sowie Social Media, Technik und Musik. Hain und Körber, die nicht mehr direkt in, aber im Gießener Umland wohnen, podcasten nicht nur über ein Hobby. Beide haben Social Media Systems studiert und arbeiten heute als Content Producer (Produktion von Video, Bild, Audio, Text und anderen Inhalten) und Social-Media-Strategen.

Zu finden bei: Spotify, Apple, Soundcloud.

Podcasts aus Gießen vorgestellt: „Der Gießen-Podcast“

Einer der jüngsten Podcasts in dieser Reihe ist auch einer mit dem intensivsten Regionalbezug. Holger Klötzner (33) stellt dort seit Februar rund alle zwei Wochen Personen aus der Region vor, “die in Stadt oder Landkreis besondere Leistungen erbringen und mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten”, wie er sagt. “Leute, die mit guten Ideen die Stadt verbessern wollen.” Daher auch der simple, aber eingängige Name: “Der Gießen-Podcast”. Klötzner möchte damit auch erreichen, dass mehr Leute “besser über unsere Stadt Bescheid wissen”. Da sei von Kultur bis Digitalisierung alles dabei – um elektronisches Lernen und die Erfahrungen dazu in Gießen geht es beispielsweise in der aktuellen Folge vom 19. März. Klötzner hat Wirtschaftsinformatik studiert, promoviert derzeit im Bereich Vertrieb/Marketing an der Justus-Liebig-Universität und arbeitet in einem Pflege-Start-up. Unter giessenpodcast@gmail.com kann man ihm Themen und Personen vorschlagen.

Zu finden bei: Spotify, Apple, Youtube und anderen.

Spotify ist nicht nur Marktführer beim Musikstreaming, sondern bietet seinen Usern auch viele Podcasts – darunter einige aus Gießen.

Podcasts aus Gießen vorgestellt: „Extra Knusprig“

Man nehme ein paar süße oder salzige Snacks, dazu passende Drinks und verfeinere das Ganze mit Anekdoten aus dem Studentenalltag – heraus kommt ein Comedypodcast samt Kulinarik-Kritik mit Augenzwinkern. Seit 2019 machen die Gießener Studenten Max Stümpel (26) und Chris Nowacki (25) ihren Podcast “Extra Knusprig”. Die ersten 25 Folgen noch themenbezogen, plaudern sie seit Kurzem über das, “worauf wir Lust haben und was wir witzig finden”. “Vorab ein paar Snacks besorgen, etwas recherchieren und ein paar Notizen machen. Das war’s”, schreiben sie und ergänzen: “Wir nehmen Gießen und Mittelhessen dabei immer wieder gern aufs Korn. Sei es Maddin Schneider, den Seltersweg oder Limburger Käse. Alles wird thematisiert.” Zu Beginn jeder Folge schlüpfen sie für ein kurzes Hörspiel in andere Rollen. Stümpel und Nowacki sind Hörspielfans und finden, das sei einfach eine “sympathische Art” für den Einstieg. “Wenn nur eine Person von uns unterhalten wird, sind wir glücklich.”

Zu finden bei: Spotify, Apple, Google.

Podcasts aus Gießen vorgestellt: „Stud* et al.“ 

Der neue Podcast des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der JLU mit dem Titel “Stud* et al.” ist als “lockere Diskussions- und Ausstauschrunde” gedacht, schreibt der AStA. Ein Forum von und mit Studentinnen und Studenten, die dort ihre wissenschaftlichen, künstlerischen oder andere Arbeiten vorstellen und diskutieren möchten. Die Idee dazu kam dem Referat für politische Bildung beim AStA, weil es den noch jungen Reader “Stud* et al.” (Sammlung wissenschaftlicher Beiträge) unter dem Aufruf “Was hast du zur Klimakrise zu sagen?” wegen der Coronakrise nicht mehr unter die Leute bringen konnte. So befassen sich die ersten Folgen beispielsweise mit Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, Krankheitsbildern durch den Klimawandel oder dem Dannenröder Forst. Doch thematisch ist alles willkommen. Die Moderatorinnen und Moderatoren – Kristin Hügelschäfer (23), Lea Bruns (21) und Clemens Berger (23) vom AStA – sind dankbar für jeden Vorschlag.

Zu finden bei: Apple, Spotify, Google und anderen.

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