1. Gießener Allgemeine
  2. Gießen

Fiktive Pläne werden gezeigt

Erstellt:

Von: Dagmar Klein

Kommentare

Hardthof_THM_ProfStudis__4c
Prof. Bartosz Czempiel (l.) und ein Teil der Studierenden in der Ausstellung im Unteren Hardthof. © Dagmar Klein

Gießen (dkl). Architekturstudenten der THM haben Planzeichnungen und Modelle zum Thema »Wohnen und Arbeiten auf dem Unteren Hardthof« erstellt. Zu sehen sind diese Entwürfe jetzt in der Galerie im Unteren Hardthof , allerdings nur an diesem Wochenende, Samstag und Sonntag, je 12 bis 15 Uhr.

Seminarleiter Prof. Bartosz Czempiel, Professor am Fachbereich Architektur der THM, ist begeistert von Initiative und Einfallsreichtum der 28 Beteiligten, natürlich auch von den Ergebnissen. Die Planungsaufgabe war durchaus eine Herausforderung, wie Czempiel erklärt, bislang hatten die Studis nur kleinere Aufgaben bearbeitet. Das Thema lautete »Wohnen und Arbeiten auf dem Unteren Hardthof«. Nun mögen sich Alteingesessene darüber wundern, ist das historische Industriedenkmal doch schon längst in diesem Sinne genutzt. Aber die Aufgabenstellung sah eine fiktive Erweiterung auf einem angrenzenden Gelände vor. Der besondere Reiz dabei sei das denkmalgeschützte Ensemble des Unteren Hardthofs mit seinen unterschiedlichen Gebäuden, die besondere Lage an einem Hang.

Besondere Herausforderung

»Es handelt sich eben nicht um ein Neubaugebiet auf der grünen Wiese, sondern um ein historisch gewachsenes Areal, bei dem vieles berücksichtigt werden muss«, erläutert Czempiel. Daher stand am Anfang ein Rundgang mit Dieter Hoffmeister, langjähriger Bewohner und Erforscher der Geschichte des Hardthofs. Das Areal musste erkundet, die Gebäudeverteilung analysiert und Möglichkeiten von Neubauten erwogen werden. Dabei wird vom Groben ins Feine gearbeitet, war zu erfahren.

Ein topografisches Modell zeigt die Geländesituation mit dem Altbestand und den Teil, der neu zu bebauen ist. Die Studierenden haben recht unterschiedliche Ergebnisse gestaltet, die Module können ausgetauscht und so in der Gesamtwirkung bestaunt werden.

Dazu kommt auf großen Postern eine Auswahl der am PC gefertigten Gestaltung von Plänen und Ansichten der Außen- wie der Innenräume. Das Angebot der Gestaltung war reichhaltig und führte unter den Vernissage-Gästen sofort zu angeregten Diskussionen. Erfreut war man jedenfalls darüber, dass das umgebende Grün auch bei der Wohnbebauung erhalten und behutsam integriert wird. Keine »Gärten des Grauens«, also Steinwüsten, sollten es sein. Und Czempiel plant tatsächlich das kommende Seminar gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekten.

»Wohnen und Arbeiten« speist sich übrigens aus der Pandemie-Lockdown-Erfahrung des Homeoffice. Wie sollte das künftig am besten kombiniert werden? Jedenfalls nicht so, dass das Büro in Gestalt des Laptops durch den gesamten Wohnraum wandert, das war ein gewisser Konsens bei der Bearbeitung.

Für die Studierenden im vierten Semester war das Sommersemester 2022 übrigens erst das erste in Präsenz, sie kannten sich zuvor nur über Online-Gespräche.

Auch interessant

Kommentare