Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Gießener Feuerwehren sollen eine Aufwandsentschädigung erhalten. FOTO: SCHEPP
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Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Gießener Feuerwehren sollen eine Aufwandsentschädigung erhalten. FOTO: SCHEPP

Feuerwehrleuten winkt Entschädigung

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen(mö). Der Kommunalwahlkampf wirft seine Schatten voraus, und den ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern kann das nur recht sein: Die Mitglieder der Einsatzabteilungen der sechs Freiwilligen Gießener Feuerwehren werden wohl schon ab dem neuen Jahr eine kommunale Einsatzaufwandsentschädigung erhalten. Dafür haben sich in der letzten Woche die Regierungsparteien SPD und CDU in getrennten Pressemitteilungen ausgesprochen. Eine entsprechende Ankündigung machte auch Bürgermeister Peter Neidel bei der Hauptversammlung der Feuerwehren.

Laut Neidel liegt sogar schon ein Satzungsentwurf vor, der dem Magistrat und dem Stadtparlament schon bald zur Beschlussfassung vorgelegt werden könnte. Neidel verwies auf eine Initiative aus den Reihen der Wehrführer und des Stadtbrandinspektors für die Einführung der Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Die Aufwandsentschädigung soll nach den Vorstellung- en der SPD für alle ehren- amt-lichen Feuerwehrleute bei Brandsicherheitsdiensten, Brandeinsätzen und Hilfsleistungen sowie Ausbildertätigkeiten gelten. "Wir denken, dass neben der Anerkennung damit auch eine stärkere Zukunftssicherung für die Freiwillige Feuerwehr erreicht werden kann", hatte das SPD-Vorsitzenden-Tandem Christopher Nübel und Nina Heidt-Sommer Mitte vergangener Woche erklärt. Als Vorbild könnte man die in Hanau erfolgreich umgesetzte Satzung nehmen. Man werde nun den Antrag in die SPD-Stadtverordnetenfraktion und Koalition einbringen und hoffe auf Zustimmung der Koalitionspartner, um die Satzungserfordernisse noch dieses Jahr im Stadtparlament auf den Weg bringen zu können.

Am Freitag zog dann die CDU mit einer fast gleich lautenden Mitteilung nach. "Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren tragen verschiedene Kosten bislang selbst", sagte Unionschef Klaus Peter Möller. "Ob Fahrt- und Treibstoffkosten oder die Reinigung der Kleidung - wie selbstverständlich werden diese Kosten von den Einsatzkräften selbst bezahlt", erläuterte Möller. Orientieren könnte sich eine solche Entschädigung an einer Mindestzahl von Einsätzen, Fortbildungen und auch Übungen.

Zu den möglichen Kosten machten die beiden Parteien und der Brandschutzdezernent keine Angaben. Führungs- und Ausbildungskräfte erhalten seit einigen Jahren vom Land eine Aufwandsentschädigung. Forderungen nach einer Aufwandsentschädigung für alle Feuerwehrleute waren immer wieder im Zuge des Aufbaus des Freiwilligen Polizeidienstes laut geworden, dessen Mitglieder pro Einsatzstunde sieben Euro erhalten.

In Gießen gibt es neben der Berufsfeuerwehr sechs Freiwillige Feuerwehren mit etwa 200 Einsatzkräften in Allendorf, Kleinlinden, Lützellinden, Rödgen und Wieseck sowie eine in Gießen-Mitte.

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