Feuersalamander mögen es feucht-kühl. FOTO: PM
+
Feuersalamander mögen es feucht-kühl. FOTO: PM

Feuersalamander retten

  • vonRedaktion
    schließen

Gießen(pm). Feuersalamander lieben die Bachtäler der Laubwälder der hessischen Mittelgebirge. Doch nun leiden die feucht-kühle Gebiete liebenden Tiere unter den Auswirkungen der Klimakrise. In den trockenen Sommern der beiden letzten Jahre sind vielerorts Quellen und Bäche - die Kinderstube der Feuersalamander - ausgetrocknet. Und nun bedroht auch noch ein tödlicher Hautpilz die Feuersalamander: der vor einigen Jahren vermutlich mit importierten Amphibien aus Asien eingeschleppte Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal).

Pilz aus Asien eingeschleppt

Diesen Problemen widmet sich ein vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) finanziertes Forschungsprojekt, das seit 2018 an der Justus-Liebig-Universität läuft. Beteiligt sind die Professoren Hans-Peter Ziemek (Institut für Biologiedidaktik) und Michael Lierz (Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische). Die Förderung wurde nun um weitere zwei Jahre verlängert.

Im Rahmen des Projekts wurde in Hessen ein bundesweit einmaliges flächende-ckendes Vorwarnsystem zur frühzeitigen Entdeckung von Infektionsherden aufgebaut. Dafür wurden in den vergangenen drei Jahren einerseits bereits vorliegende Daten ausgewertet, etwa aus dem Feuersalamandermeldenetz des HLNUG oder von der eigens eingerichteten Seite www.feuersalamander-hessen.de. Dort können tote oder kranke Feuersalamander oder Molche gemeldet werden. Sie werden dann über das landesweite Netzwerk kurzfristig abgeholt und auf einen Befall mit Bsal getestet. Zusätzlich werden in den Kartiergebieten stichprobenhaft Individuen beprobt. Darüber hinaus wurden die Bestände hessischer Privathalter untersucht und auf den Hautpilz getestet - hierbei handelt es sich um die erste flächendeckende Untersuchung von privat gehaltenen Feuersalamandern in Deutsch-land.

Das Ergebnis aller Untersuchungen ist erfreulich: In keinem Fall wurde bisher an ei-nem hessischen Feuersalamander Bsal nachgewiesen, der tödliche Pilz hat Hessen wohl noch nicht erreicht. Dies freut die Forscher, ist aber dennoch kein Anlass zur Entwarnung - ist der erste Bsal-Fall in Hessen doch wohl nur eine Frage der Zeit. Umso wichtiger ist deshalb die Fortführung des Forschungsprojekts für den Erhalt der Feuersalamander-Bestände in Hessen.

Der auch "Salamanderfresser" genannte Hautpilz Bsal kam ursprünglich nur in Asien vor: Für die dortigen Schwanzlurche ist eine Infektion nicht tödlich. Nach Europa gelangte der Pilz vermutlich durch den Import von Molcharten aus Thailand, Vietnam und Japan für den Zoofachhandel. Erste infizierte Tiere in Europa wurden im Jahr 2012 in den Niederlanden entdeckt, dort sind inzwischen 99,9 Prozent der Tiere gestorben. Weitere Infos unter www.feuersalamander-hessen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare