Präsentieren das Programmheft: (v. l.) Dietlind Grabe-Bolz, Museumsleiterin Katharina Weick-Joch und die Mitarbeiterinnen Linn Mertgen und Julia Schopferer. FOTO: GL
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Präsentieren das Programmheft: (v. l.) Dietlind Grabe-Bolz, Museumsleiterin Katharina Weick-Joch und die Mitarbeiterinnen Linn Mertgen und Julia Schopferer. FOTO: GL

Feuer und Flamme für dieses Museum

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(gl). Von dem "frischen Wind", den Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz im Oberhessischen Museum lobt, bekommen die Gießener in den nächsten Monaten eine ordentliche Brise zu spüren. Denn auch wenn das Alte Schloss derzeit noch wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, tut sich hier jede Menge. Einen Überblick, was die Besucher nach der Wiedereröffnung am 27. Oktober erwartet - das Leib’sche und Wallenfels’sche Haus sind ohnehin durchgängig geöffnet - vermittelt die Programmbroschüre, die Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch, ihre Mitarbeiterinnen Dr. Julia Schopferer und Linn Mertgen nun gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin präsentierten.

Kernthema der nächsten Monate dürfte die Sonderausstellung "Feuer und Flamme für diese Stadt - Das bewegte Gießen in den 80er Jahren" sein, die nach langer Corona-/Umbaupause ab 27. Oktober zu besichtigen sein wird. Und das mit einem üppigen Begleitprogramm. Nach einem Stadtrundgang am morgigen Sonntag mit Dr. Jutta Failing (noch einmal am 8. und 29. November) folgen am 11. Oktober und 15. November Stadtrundgänge zur Geschichte von schwulen, lesbischen und queeren Orten in Gießen. Beim Erzählcafé am 5. November gibt es feministische Musik zum Gesprächsabend, am 18. November folgt eine Podiumsdiskussion zu bezahlbarem Wohnraum, am 1. Dezember ein Vortrag und eine Diskussion mit zwei Vertretern von Extinction Rebellion zu "Zivilem Ungehorsam in den 80ern und heute" und am 2. Dezember ein Gesprächsabend zu Protest und Politik der Zeit. Freuen kann man sich auch schon auf einen Filmabend mit Barbara Etz am 12. November, die ihren Dokumentarfilm "Alles unter Kontrolle" aus dem Jahr 1983 zur Überwachung von Teilen der autonomen Szene in Gießen zeigt. Und zur Finissage der bis 10. Januar verlängerten Ausstellung gibt es einen Rio-Reiser-Abend mit Christian Lugerth und Band.

Für alle Veranstaltungen gelten beschränkte Teilnehmerzahlen. Man muss sich vorab anmelden. Weitere Informationen findet man unter museum.giessen.de sowie auf Instagram und Facebook.

Kabinettausstellung zu Hein Heckroth

Im regulären Museumsbetrieb freut sich Museumsleiterin Weick-Joch, dass zahlreiche Kooperationen zustandegekommen sind. Gemeinsam mit der Volkshochschule gibt es monatlich Führungen, bei denen Stadtgeschichte, Kunst und Archäologie Thema sind oder bei denen ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden kann.

Auf den Spuren der Stadtgeschichte wandelt der Filmabend des "Kleinen Filmbüros" mit dem Stadtarchiv, mit dem am 27. Oktober die Wiedereröffnung des Alten Schlosses gefeiert wird, und bei dem Schmalfilme aus dem Gießen der 50er-Jahre zu sehen sein werden. Ab Dezember ist das Stadttheater-Stück "Das Leben des H. erzählt von seinem Kunsthändler" mit Tom Wild im Museum zu sehen.

Neben der großen Sonderausstellung gibt es auch eine Kabinettausstellung. Anlässlich des 50. Todesjahres von Hein Heckroth sind vom 6. November bis 31. Januar Objekte zu Stationen aus dem Leben des Bühnenbildners aus Gießen zu sehen. Dr. Marcus Kiefer von der Hein-Heckroth-Gesellschaft wird zudem am 28. Januar einen Vortrag zu Leben und Werk des Oscar-Preisträgers halten. Und auch das Röntgen-Doppel-Jubiläum - 125 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen und 175. Geburtstag Wilhelm Conrad Röntgens - nimmt das Museum zum Anlass, den wegen Corona verschobenen Vortrag von Restauratorin Sabine Kuypers zu "Kunst durchleuchten. Die Entdeckung der Röntgenstrahlen und die Trautschold-Bilder" am 11. Februar nachzuholen.

Weitere Informationen auf www.museum.giessen.de. Dort kann auch ein PDF des Programmhefts heruntergeladen werden. Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter Tel. 0641/9609730 oder per E-Mail an museum@giessen.de.

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