Fest der offenen Türen

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Das Lied "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" von Georg Weissel ist eins der bekanntesten und beliebtesten Advents- und Weihnachtslieder. Der studierte Mathematiker und Theologe Weissel lebte von 1590-1635 in Ostpreußen. Eines Tages im Winter hatte er in der Nähe des Königsberger Doms zu tun, als ihn plötzlich ein heftiges Schneetreiben überraschte. Mit einigen Passanten flüchtete er sich in den Königsberger Dom. Der Küster öffnete das schwere Eisenportal und sie traten in die helle und warme Kirche ein.

Weissel schreibt in seinen biographischen Notizen: "Der freundliche und humorvolle Küster öffnete uns die Tür mit einer tiefen Verbeugung und sagte: Willkommen im Hause des Herrn! Hier ist jeder in gleicher Weise willkommen, ob Patrizier oder Tagelöhner! Das Tor des Königs aller Könige steht jedem offen." Diese Worte trafen Weissel ins Herz. Der Anblick des großen, geöffneten Domportals inspirierten ihn zur ersten Strophe seinen Weihnachtsliedes: "Macht hoch die Tür die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!"

An Weihnachten wird Gott Mensch - der König kommt als Kind in diese Welt. Weihnachten, das Fest der offenen Türen. Gott selbst reißt an Weihnachten die Tür des Himmels weit auf, aus Liebe zu uns Menschen! Das ist die wichtigste Türe, die sich jemals geöffnet hat. Und nun sind wir eingeladen unsere Herzenstüren aufzumachen und Jesus in unserem Leben Raum zu geben. Neben der Himmelstür und meiner Herzenstüre darf sich dann noch eine dritte Türe öffnen.

Dort, wo Jesus einen Platz in meinem Herzen findet, werden sich dann auch die Türen zu meinem Nächsten wieder öffnen. Als Friedefürst und Heiland lädt Jesus uns ein, auch mit unserem Nächsten in Frieden zu leben. Dort, wo Mauern des Schweigens uns voneinander trennen und der Weg zum Nächsten versperrt ist, da gilt auch: "Macht hoch die Tür die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!" Weihnachten, das Fest der offenen Türen!

Pastor Thorsten Lehr, Ev. Freikirchliche Gemeinde Gießen

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