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Volker Jung ist Kirchenpräsident der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. FOTO: PM

Fest der Liebe

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Weihnachten ist das Fest der Liebe - das wird oft so gesagt. Das ist auch richtig so. Viele Menschen gehen am Weihnachtsfest liebevoller miteinander um als sonst. Da werden Weihnachtsgrüße geschickt - oft sogar noch handgeschrieben. Geschenke werden ausgesucht, verpackt und einander mit lieben Worten überreicht. Der Heilige Abend wird, wann immer es geht, mit den Menschen gefeiert, die einem besonders nah und lieb sind.

All das hat einen tiefen Grund in der Botschaft des Weihnachtsfestes. Es ist die Geschichte von der Geburt des Jesus von Nazareth. Von ihm erzählt die Bibel, dass er ein besonderer Mensch war. In dem, was er gesagt hat und wie er gelebt hat, ist Gott uns Menschen besonders nah gekommen. In ihm - das ist der Kern der Weihnachtsbotschaft - ist Gott Mensch geworden. Er ist der "Immanuel", das heißt "Gott mit uns". So ist es beim Evangelisten Matthäus zu lesen.

Jesus ist der "Gott mit uns". Das heißt: Wer verstehen will, wie die Botschaft Gottes für die Menschheit ist, kann sich an Jesus orientieren. Was gibt es da zu erkennen?

Einer der Briefe im Neuen Testament, der Titus-Brief, drückt es so aus: In Jesus Christus ist erschienen die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes. Das bedeutet: Das Kind in der Krippe, sein Leben, seine Worte, sein Tod und seine Auferstehung zeigen und sagen: Gott liebt seine Menschenkinder und begleitet sie freundlich. Indem wir Weihnachten als das Fest der Liebe feiern, nehmen wir die biblische Botschaft schon richtig auf. Es geht um die Liebe Gottes, die unser Leben trägt und begleitet. Und es geht darum, dass Menschen diese Liebe in sich aufnehmen und weitertragen. Anders gesagt: dass Menschen liebevoll und freundlich miteinander leben.

Das ist in der Tat eine Gegenbotschaft gegen jede Form von Hass und Gewalt in dieser Welt. Ich erlebe im Moment in unserer Gesellschaft beides. Da gibt es Menschen, die sehr aufmerksam sind für andere. Sie kümmern sich um Menschen in ihrer Familie - um ihre Kinder, um alt gewordene Eltern und auch um die Nachbarn, wenn sie Hilfe brauchen. Sie nehmen auf gute Weise Anteil am Leben der Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen. Und ich treffe immer wieder Menschen, die sich selbstlos um Menschen kümmern, die als Fremde in unser Land gekommen sind. Daneben gibt es auch das andere. Der Umgangston ist härter und aggressiver geworden. Manchmal sind Worte voller Hass und immer wieder gibt es furchtbare Gewalttaten. Ich bin überzeugt: das darf nicht der Grundton unserer Gesellschaft sein.

Die Weihnachtsbotschaft, die Botschaft von der Liebe Gottes, steht dem entgegen. Sie ist wunderbar in diesen einfachen Worten auf den Punkt gebracht: "Mach’s wie Gott, werde Mensch."

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

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