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Trotz Corona auf gutem Kurs sind die Gießener Stadtwerke.

Preiserhöhung ab Oktober

Stadtwerke Gießen: Deutliche Preiserhöhung - Kunden haben zu Schlucken

  • Jens Riedel
    VonJens Riedel
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Die Stadtwerke Gießen erhöhen die Preise für Fernwärme. Für Familien geht es um hunderte Euro pro Jahr.

Gießen - In Briefen an ihre Fernwärmekunden informieren die Stadtwerke Gießen derzeit darüber, dass der Wärmepreis zum 1. Oktober deutlich angehoben wird - beim Vertrag »Öko-Therm« beispielsweise um 0,93 Cent pro Kilowattstunde und damit um rund 13 Prozent. Daraus ergibt sich bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 22 500 kWh eine Preissteigerung von rund 215 Euro pro Jahr.

Da der Fernwärmepreis bereits zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 um über elf Prozent gestiegen war, hat sich Heizen mit Fernwärme binnen eines Jahres um rund 25 Prozent verteuert, was einige Kunden zum Schlucken bringt.

Stadtwerke Gießen: Preis für Fernwärme steigt - SWG nennen Gründe

Als Grund für die Teuerung nennen die Stadtwerke zwei Aspekte: Erstens das neue Brennstoffemissionshandelsgesetz, mit dem der Staat jede ausgestoßene Tonne des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) bepreist und dadurch fossile Energieträger bewusst verteuert. Das wirke sich auch auf die Fernwärmepreise der SWG aus, die für die Produktion ihrer Fernwärme noch immer einen Teil fossiler Energie - im wesentlichen Erdgas - einsetzen. Die Berechnung der Fernwärmepreise erfolge über Preisformeln. In diesen Formeln würden Indizes des Statistischen Bundesamtes verwendet, die die Entwicklung der Kostenbestandteile am Markt abbilden.

Zweitens sei der Marktpreis für den Brennstoff Erdgas seit Beginn des Jahres stark angestiegen. Das habe zur Folge, dass der in der Preisformel verwendete Index ebenfalls stark gestiegen sei. »Diese Mehrbelastungen geben wir an unsere Kundinnen und Kunden weiter«, erläuterte SWG-Sprecher Uli Boos. Die Entwicklungen der Lohnkosten und des Investitionsgüterindexes beeinflussen dagegen den Leistungspreis für die bereitgestellte Wärmeleistung und den Verrechnungspreis unter anderem für Messung und Abrechnung. Diese beiden Preise sind laut Boos nur gering gestiegen.

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