Die Gemälde von Maria Dubin sind noch bis Sommer 2022 zu sehen. FOTO: DKL
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Die Gemälde von Maria Dubin sind noch bis Sommer 2022 zu sehen. FOTO: DKL

Wie Fenster in die Natur

  • vonDagmar Klein
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Gießen(dkl). Am Jahresbeginn war die Künstlerin eigens aus Kopenhagen nach Gießen gekommen und hatte ein großes Bild für das Stillzimmer der geburtshilflichen Abteilung am UKG mitgebracht. Der Freundeskreis Kunst im Uniklinikum Gießen feierte zugleich das Erscheinen des Büchleins "Tania Blixens Blumen, interpretiert von Maria Dubin", das sich auf die im Vorjahr gezeigten Blumenbilder von Dubin im UKG-Kapellengang bezieht. Diese Ausstellung ist längst vorbei und das Stillzimmer ist auch in Normalzeiten nicht so einfach zugänglich.

Die zwischen Abstraktion, Fantasie und Realität liegenden Blumenbilder kommen bei den Menschen gut an, so die Erfahrung. Daher hat die Kunstbeauftragte des Klinikums, Dr. Susanne Ließegang, jetzt den Schritt gewagt, diese farbmächtigen Bilder auch ins Hauptfoyer zu hängen. Bisher waren dort eher zurückhaltende Arbeiten zu sehen, die in der Raumarchitektur kleine Akzente setzten wie die Farbflächenbilder von Sabine Funke oder die Mini-Skulpturen-Kästen von Thomas Vinson. Nun also höchst eigenwillige Bilder, die fast fremd wirken in dieser funktionalen und geschäftigen Atmosphäre eines Krankenhauses. "Sie wirken für mich wie Fenster in die Natur.", sagt Ließegang, "der Blick kann schweifen, man kann meditieren oder der Fantasie freien Lauf lassen."

Die Ausstellung 2019 im Kapellengang war von dem prachtvollen Blumengarten der Schriftstellerin Tania Blixen (Jenseits von Afrika) inspiriert, deren Anwesen in Rungstedlund/ Dänemark heute Museum ist. Die aktuellen Bilder im UKG-Foyer sind wiederum von einem Spaziergang im Park inspiriert, der im Südosten Dänemarks liegt und zu einem Glasmuseum gehört. Dort hatte Maria Dubin ein Stipendium. Wie im Rausch schuf sie dort Bilder im Format 2,10 mal 2,60 Meter in Collage-Mischtechnik.

Die Ausstellung war gerade eröffnet worden, als der Corona-Lockdown kam. Viele Menschen haben diese Bilder also noch nicht gesehen. Im Klinikum hängen allerdings nicht die Originale, sondern in einem aufwendigen Verfahren hergestellte Kunstdrucke, deren Maßstab verkleinert ist auf 1,25 mal 1,60 Meter.

Maria Dubin ist in ihrer Heimat Dänemark eine anerkannte Expertin für Kunst im Krankenhaus und in anderen Institutionen, wo Menschen in Bedrängnis leben. Sie möchte Schönheit an solche Orte bringen. Was über ihre Bilder auch transportiert wird, ist eine Anmutung von Freiheit und wilder Verspieltheit, die die Künstlerin offenbar beim Arbeiten empfindet und die bei Betrachtenden Auge und Seele erfreuen.

Das Büchlein zu Blumenbildern von Maria Dubin liegt zur Ansicht in der Apotheke im Uniklinikum aus, es kostet 25 Euro und ist über die Vorsitzende des Freundeskreis Kunst im Uniklinikum Gießen, Renate Seeger-Brinkschmidt, zu erwerben (0178/7864179). Allerdings gelten im UKG immer noch die Corona-Zugangsbeschränkungen. Die Foyer-Bilder bleiben im üblichen Zyklus über den langen Zeitraum von zwei Jahren hängen, also bis Sommer 2022.

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