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Preisträger, Präsidiumsmitglieder und Festrednerin Angela Dorn (zweite Reihe Mitte) vor Beginn des Festakts vor dem Hauptgebäude. Foto: Schepp

Feier in unruhigen Zeiten

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Wissenschaft müsse in die Gesellschaft hineinwirken - unter diesem Credo hat die Justus-Liebig-Universität am Freitag ihren diesjährigen Akademischen Festakt begangen. In der voll besetzten Uni-Aula wurden mehrere Preise an junge Wissenschaftler vergeben.

Dass die "Fridays for Future"-Demonstranten am Vorplatz des Uni-Hauptgebäudes eine Kundgebung abhielten, während die Justus-Liebig-Universität drinnen ihren "wichtigsten Tag im akademischen Jahreslauf" beging, war einerseits Zufall. Andererseits fügten sich hier zwei Szenen wie selbstverständlich zu einem symbolträchtigen Bild zusammen. Draußen die Protestler, die bei ihrem Anliegen auch die Wissenschaft in der Pflicht sehen. Drinnen die Vertreter der Hochschulgemeinschaft, die an die Verantwortung der Wissenschaft erinnern: Der Wissenstransfer in die Gesellschaft sei eine ureigene Aufgabe der Universitäten, sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee. In die gleiche Richtung argumentierte die Hauptrednerin des Festakts, Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn, die zum Thema "Wissenschaft in Zeiten gesellschaftlicher Spannung" sprach. "Wir müssen die Wissenschaft an die Stammtische bringen", fasste die Grünen-Politikerin ihr Anliegen zusammen. Politik und Wissenschaft hätten zwar unterschiedliche Rollen, aber eine gemeinsame Aufgabe: dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft "handlungsfähig" bleibe.

Im Mittelpunkt stand dann traditionsgemäß die Verleihung von Preisen und Auszeichnungen an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Röntgenpreis der Justus-Liebig-Universität geht in diesem Jahr an die Physikerin Dr. Adriana Pálffy-Buß vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Die 39-Jährige Wissenschaftlerin erhielt den mit 15 000 Euro dotierten Preis in Anerkennung ihrer herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Kernphysik. Stifter sind die Pfeiffer Vacuum und die Ludwig-Schunk-Stiftung.

Mit dem Preis der Justus-Liebig-Universität wurde Dr. Benjamin de Haas aus der Abteilung für Allgemeine Psychologie der Universität Gießen für seine Arbeiten ausgezeichnet. Damit ist ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro verbunden.

Den von der Dr.-Herbert-Stolzenberg-Stiftung ausgelobten und mit 3000 Euro verbundenen Preis erhält Dr. Katrin Richter (Sektion Humanmedizin).

Mehrere Preisträger gibt es für den von der Erwin-Stein-Stiftung gestifteten Wolfgang-Mittermaier-Preis. Er erinnert an den Strafrechtler, der von 1903 bis 1933 an der Universität Gießen lehrte und honoriert besondere Leistungen in der akademischen Lehre, insbesondere die Erziehung zum forschenden Denken und zur akademischen Verantwortung. Den Preis teilen sich Prof. Alexander Haas (Professur für Marketing und Verkaufsmanagement), Dr. Susanne Martin (Institut für Politikwissenschaft) und Anja Horstmann (Fachjournalistik Geschichte). Verbunden damit sind jeweils 1000 Euro.

Der Preis der Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Stiftung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geht in der Sektion Geographie an Henning Huchthausen (4000 Euro) und in der Sektion Archäologie an Dr. Claudia Schmieder (2000 Euro).

Ausgezeichnet wurden außerdem acht hervorragende, an der JLU eingereichte Dissertationen (verbunden mit einer Zuwendung von jeweils 500 Euro der Gießener Hochschulgesellschaft). Geehrt wurden die Doctores Priscilla Sarai Kraft, Nabila Abbas, Christian Wilke, Mario Kompauer, Christian Raimund Werner, Tamara Muñoz Caro, Elisa-Maria Hiemer und Suzanne Robin Jacobs.

Den DAAD-Preis für ausländische Studenten erhält der aus Bosnien und Herzegowina stammende Chemie-Student Boris Pavlovic. Gewürdigt wurden seine sehr guten akademischen Leistungen, die sich mit großem sozialem und ehrenamtlichen Engagement verbinden.

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