GAiN-Mitarbeiterin Andrea Wegener ist im Camp Moria auf Lesbos im Einsatz. FOTO: PM
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GAiN-Mitarbeiterin Andrea Wegener ist im Camp Moria auf Lesbos im Einsatz. FOTO: PM

Es fehlt am Nötigsten

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Gießen(pm). Momentan versuchen fast 20 000 Männer, Frauen und Kinder im Camp Moria auf Lesbos zu überleben. Familien mit drei oder vier Kindern müssen mit drei Quadratme-tern Platz zum Schlafen auskommen, der Weg zur nächs-ten Wasserstelle kann lang sein. Bisher ging es vorrangig darum, Grundbedürfnisse zu stillen. Nun steht vor allem die Angst vor dem Virus im Mittelpunkt.

Soldaten und Polizisten sind nicht mehr so präsent, wie sie es einmal waren. Sie möchten sich nicht anstecken - und erst recht nicht diejenigen sein, die Covid-19 ins Camp tragen. Niemand will das. Sonst rutscht Moria von einer Katastrophe in die nächste.

"Was ich hier sehe, gleicht einem Kriegsfilm. Die Not ist unvorstellbar groß, niemand fühlt sich mehr sicher, kaum einer hat noch etwas, was ihn satt macht", schreibt GAiN-Mitarbeiterin Andrea Wegener, die im Camp Moria auf Lesbos im Einsatz ist. Deshalb sieht das Hilfswerk GAiN sich gerade jetzt in der Verantwortung und hat die Mitmachkampagne "Beat Corona - Help Lesbos" ins Leben gerufen. Jeder kann mitmachen, indem er Unterwäsche oder Windelpakete kauft und an GAiN sendet oder einfach Geld spendet, mit dem GAiN die nötigen Güter vor Ort kauft.

Wäsche und Windeln sind im Camp Moria Mangelware. Das Hilfswerk wird verstärkt Hilfstransporte mit weiteren dringend benötigten Gütern auf den Weg bringen. GAiN sammelt außerdem Spenden für eine Quarantänestation mit 200 Betten, um im Fall einer Ausbreitung von Covid-19 besser helfen zu können.

Am vergangenen Freitag ist ein vierköpfiges deutsches Team von Katastrophenhelfern nach Lesbos aufgebrochen, um die Mitarbeiter vor Ort praktisch zu unterstützen. Das Katastrophenhilfe-Einsatzteam besteht aus ehrenamtlichen Helfern, die für den Einsatz in Krisensituationen ausgebildet sind.

"Unser erweitertes Engagement war nicht geplant, aber wir wissen, dass wir in dieser unfassbaren Not Linderung bringen müssen. Wir möchten alles tun, was im Bereich des Möglichen liegt, um die Not zu begrenzen", sagt GAiN-Leiter Klaus Dewald.

GAiN ist eine humanitäre Hilfsorganisation mit Sitz in Gießen, die weltweit in 38 Ländern Katastrophenhilfe, langfristige Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Das Hilfswerk trägt dazu bei, dass die Ärmsten und Benachteiligsten der Welt eine neue Perspektive für ihr Leben gewinnen.

Weitere Informationen gibt es auf www.gain-germany.org.

Spendenkonto Global Aid Network (GAiN): Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE88 5139 0000 0051 5551 55, BIC: VBMHDE5F, Zweck: Lesbos. Global Aid Network.

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