Das Gießener Waldstadion soll erst später fertig werden.
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Das Gießener Waldstadion soll erst später umgebaut werden.

Sport und Lokalpolitik

Gießen: Stadt investiert in Osthalle statt Waldstadion – Krise ist ein Grund

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Die Stadt Gießen schichtet Geld, das für das Waldstadion gedacht war, um. 100000 Euro werden jetzt in die Osthalle investiert. Ein Grund dafür ist die Krise des FC Gießen.

Gießen – Es war im November vor zwei Jahren, als die neuentfachte Gießener Fußball-Euphorie ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Vor 4000 begeisterten Zuschauern besiegte der FC Gießen den FSV Frankfurt unter Flutlicht im Waldstadion im Halbfinale des Hessenpokals. Da träumten manche schon von der 3. Liga. Im November 2020 indes herrscht rund ums Waldstadion nicht nur wegen Corona Tristesse. Der vor knapp drei Jahren neugegründete Verein kämpft mit finanziellen und strukturellen Problemen. Der vom Amtsgericht eingesetzte Notvorstand Turgay Schmidt bemüht sich, den FC Gießen in ruhiges Fahrwasser zu steuern. Dass der Verein im Moment andere Sorgen hat, als den Erbbaupachtvertrag fürs Waldstadion zu unterschreiben, um in Stadion-Infrastruktur und das Umfeld zu investieren, zeigt jetzt ein Beschluss des Magistrats.

Gießen: Geld wird statt für das Waldstadion für die Osthalle verwendet

Die Stadtregierung hat im Haushalt 2020 außerplanmäßig 100 000 Euro vom Waldstadion für die Osthalle umgeschichtet, um »zeitnah« weitere Anforderungen der BBL an die Heimspielstätte der Gießen 46ers zu erfüllen. »Die Beleuchtungssituation in der Osthalle entspricht nicht mehr den Vorgaben der Basketball-Bundesliga und soll erneuert werden. Darüber hinaus sind Sanierungsarbeiten im Bereich der Umkleiden geplant«, erläutert Stadtsprecherin Claudia Boje die Details.

Zur Kostendeckung der außerplanmäßigen Ausgabe wurden 100 000 Euro herangezogen, die im Haushalt 2020 als Investitionszuschuss für das Waldstadion vorgesehen waren. »Der Förderantrag beim Land Hessen für den Ausbau des Waldstadions durch den FC Gießen 1927 Teutonia e.V. ist aufgrund der Vereinsentwicklung beim Fußball-Regionalligisten ausgesetzt«, heißt es in der Begründung des Vorschlags zur Kostendeckung der Ausgabe für die Osthalle.

Gießen: Im Waldstadion steht der Umbau erstmal still

Dass sich im Waldstadion und dem Stadionumfeld baulich so bald nichts tun wird, geht auch aus einer anderen aktuellen Stellungnahme von Oberbürgermeisterin und Sportdezernentin Dietlind Grabe-Bolz hervor. Auf Anfrage der FDP-Fraktion im Stadtparlament, die wissen wollte, was aus den Baseballern der Gießen Busters wird, wenn der FC Gießen den sogenannten Hammerwurfplatz, den die Busters nutzen, zum Parkplatz umwidmen sollte, antwortete die OB: »Dem FC Gießen 1927 Teutonia e.V. liegt ein ausgehandelter Erbpachtvertrag zur Unterschrift vor. Dieser ist vom Verein bislang nicht unterschrieben worden, daher erfolgte bislang auch noch keine Eigentumsübertragung.«

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