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Zum 140-jährigen Bestehen des Oberhessischen Museums hat der Geschichtsverein alle bisherigen Publikationen in seinen 104 Mitteilungsbänden zum Thema zusammengestellt. FOTO: SCHEPP

Fast 450 Seiten Lesestoff

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Gießen(pm). Der 104. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG) liegt druckfrisch vor. Zwei Schwerpunkte kennzeichnen den fast 450 Seiten umfassenden Band, zum einen die Entwicklung des Oberhessischen Museums (OHM) in Gießen, zum anderen Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus.

Eingangs erinnert Vorstandsmitglied Dagmar Klein an den verstorbenen Mittelalterhistoriker der Universität, Prof. Hans-Heinrich Kaminsky, der auch im Geschichtsverein engagiert war.

Museums- und NS-Geschichte

Zum 140-jährigen Bestehen des Oberhessischen Museums fand auf Anregung des Geschichtsvereins ein spannender Veranstaltungstag Anfang Dezember statt. Der OHG-Vorsitzende Dr. Michael Breitbach würdigt dies in einem Beitrag. Daran schließt sich eine Liste aller bisherigen Publikationen zum Oberhessischen Museum an, die in den 104 Mitteilungsbänden erschienen sind. Es folgt die Fortsetzung der Dokumentation des Projektes Stadt[Labor] zur Erneuerung des Museums.

Es gibt fünf Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Herwig Groß berichtet zur Rolle der Heil- und Pflegeanstalt Gießen bei den "T4-Morden". Ingfried Stahl setzt seine Forschungen zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung Angenrods fort, diesmal stellt er die 1942 deportierten weiblichen Schoah-Opfer vor. Thomas Bohn berichtet zu dem wenig bekannten Vernichtungslager Malyj Trostenez/Minsk; Anlass ist die Ausstellung, die im Dezember 2017/Januar 2018 auch in Gießen Station machte.

Nachlass von Dr. Otto Gärtner

Überraschung bietet die Studie zu dem Antike- und Griechenlandkenner und früheren Kulturjournalisten der Gießener Allgemeinen Zeitung, Dr. Otto Gärtner, dessen Nachlass im Stadtarchiv Gießen Eckhardt Ehlers gesichtet hat.

Madeleine Michel stellt eine "jüdische Überlebensgeschichte aus der Wetterau" vor und Wolfgang Form hat sich mit der politischen Strafrechtspraxis in der hiesigen Region befasst.

Weitere Beiträge sind aus den Vorträgen des OHG hervorgegangen, wie der von Dieter Wunder zum oberhessischen Adel in der Frühen Neuzeit, Angelika Müller-Scherf zum Wetzlarer Landschaftsmaler Reinermann, dem eine frühe Ansicht von Gießen zu verdanken ist, und Ludwig Brake zur Geschichte der Kriegsdenkmäler des Ersten Weltkriegs. Doris Moos stellt den Arnsburger Zisterzienserabt Bernhard Birkenstock als Sohn Erbachs im Rheingau vor. Anna Ananieva und Rolf Haaser widmen ihren Beitrag den Gießener Schwarzen im Kontext des Kotzebue-Attentats.

Dokumentiert sind außerdem die Ansprachen zur Verleihung des Wilhelm-Liebknecht-Preises 2019. In den Miszellen wird u. a. über Neuerwerbungen von Museum, Stadt- und Kreisarchiv informiert. Rezensionen, Hinweise auf Neuerscheinungen, der Bericht zum Vereinsleben und die Dokumentation der Presseberichte runden den reichhaltigen Band ab.

Wie immer gilt: Für Vereinsmitglieder ist der Band kostenfrei, für Nichtmitglieder kostet er 15 Euro. Abzuholen im Stadtarchiv (Rathaus, Berliner Platz, zu den Stadtarchiv-Öffnungszeiten), sobald das Rathaus wieder für Publikumsverkehr geöffnet hat.

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