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Fashion Flash kommt zurück

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© Oliver Schepp

Der »Fashion Flash« kommt zurück in die Hessenhallen. Am 4. und 5. November ist es soweit. Knapp 10.000 Frauen hatten sich beim vergangenen Mal angemeldet. Die wenigen Männer, die sich zum Schnäppchenmarkt für Damenschuhe einfanden, kamen zum Tütenschleppen. Dabei gab es doch einiges zu lernen. Ein Rückblick auf's vergangene Mal.

Der moderesistente Redakteur besitzt etwa vier Paar Schuhe. Davon ist eines in der Öffentlichkeit mit gutem Gewissen eigentlich nicht mehr tragbar, ein weiteres drückt vorne wie hinten, wird nur einmal im Jahr zu Omas Geburtstag rausgeholt. Rund vier Paar Schuhe. Soviel tragen auch einige Damen in Tüten mit sich, als sie die Hessenhallen verlassen. Mutmaßlich warten zu Hause noch weitere. »Es sind schon gute Preise und die Stimmung ist entspannt«, sagt eine Kundin. Andere Frauen gehen aber auch mit leeren Händen nach Hause. »Im Vergleich zum normalen Schuhladen ist mir das zu unübersichtlich.«

Geladen hat die Firma F&P Stock Solutions. Das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Berlin veranstaltet den »Fashion Flash« seit einigen Jahren in wechselnden Städten. 27 Mitarbeiter sind mit nach Gießen gekommen, im Gepäck haben sie 10.000 Paar Schuhe, die auf 1600 Quadratmetern ausgebreitet werden. Allerdings nicht gleichzeitig: »Derzeit liegen wohl 3000 Paar Schuhe aus. Wird eines gekauft, legen unsere Mitarbeiter eines nach. Jedoch immer wieder auch neue Modelle«, erläutert Marcos Martinic als Projektleiter.

Das soll dazu führen, dass das Einkaufen stressfrei wird. Scheint auch zu funktionieren, die Ellenbogen kommen nicht zum Einsatz. Letztlich sorgt das Konzept für die Veranstalter aber wohl auch dafür, dass ein Teil der Kundinnen länger bleibt oder mehrmals kommt.

Auf Facebook hatten sich annähend 10.000 Frauen angemeldet. Doch auch der eine oder andere Mann ist gekommen.

Beim »Fashion Flash« hat der Mann als solcher zwei Möglichkeiten: Entweder ist er ein Mitarbeiter, dann trägt er die Verantwortung oder ein Proseccotablett. Oder er ist Begleiter einer Frau, dann trägt er Tüten. Mit denen schlurft er hinterher. Schuhe für Männer gibt es nicht. Offensichtlich wäre der eine oder andere gerne woanders. Und einer von ihnen spricht es tatsächlich aus: »Im Gegenzug darf ich heute Abend Fußball schauen. Schon bisschen Stereotyp, oder?« Ja.

Dabei gibt es auch in den Hessenhallen viel zu sehen: Alle erdenkbaren Farben und Formen von Schuhen etwa. Im Trend liegt offenbar eine Lackierung, die man beim Auto Metallic nennen würde. Verziert wird gerne mit Vertretern aus Flora und Fauna, vornehmlich Röschen und Schmetterlinge. Dazu natürlich Absätze, bei denen sich die Frage aufdrängt: Wie kann man darauf laufen? Und: Warum sollte man?

F&P Stock Solutions wirbt mit Reduzierung um bis zu 70 Prozent. Auch da stellt sich eine Frage: Wie machen die das? »Wir bekommen gute Konditionen, weil wir große Mengen ankaufen«, sagt Martinic. Zudem sei der »Fashion Flash« inzwischen so groß, dass Hersteller unbedingt dabei sein wollten. Angekauft werden aber auch Überschussware.

Dazu werden einige Aktionen geboten, die das ganze zu einem Event machen sollen. So können sich die Frauen kostenlos stylen und anschließend fotografieren lassen. Außerdem sind »Beauty Consultants« vor Ort. Nach einigen Minuten googlen hat auch der moderesistente Redakteur verstanden, dass Schönheitsberater ihren Kundinnen Ratschläge geben, welche Farben ihnen stehen oder welcher Schminkstil ihrem Typ schmeichelt.

Im Fokus stehen aber fraglos die Schuhe. Einige bestehen aus so wenig Bändchen und Stückchen, dass sie eigentlich sofort auseinanderfallen sollten, wenn Physik auch für sie gilt. »Würde ich jetzt auch nicht unbedingt tragen wollen«, sagt eine Kundin. Die Gegenstücke: Unisex-Turnschuhe, wie sie auch Männer gerne an haben, aufgesetzt jedoch auf ein mindestens fünf Zentimeter hohes Plateau. Dass es so etwas noch gibt, oder schon wieder, bleibt ein Mysterium. fd

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Alles weitere zum »Fashion Flash« am 4. und 5. November in den Hessenhallen gibt's auf Facebook.

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