Einst Vulkane, jetzt friedliche Provinz: Vorn Wißmar, hinten Lollar mit seinem "Kopf". FOTO: SCHEPP
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Einst Vulkane, jetzt friedliche Provinz: Vorn Wißmar, hinten Lollar mit seinem "Kopf". FOTO: SCHEPP

Fantastische Ausblicke

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Unbedingt bei klarer Sicht sollte man den Gießener Panoramaweg erwandern. Dann genießt man weite Ausblicke und kann ins Sinnieren kommen über die Vulkanursprünge der Landschaft.

Der Gießener Panoramaweg trägt seinen Namen mit Recht. Bei guter Sicht überblickt man aus verschiedenen Winkeln das Gießener Becken bis zum Vogelsberg und Taunus - jedenfalls im ersten Teil der etwa 15 Kilometer langen Strecke, wenn man die empfohlene Gehrichtung wählt.

Schon der Start liegt auf lichter Höhe, nämlich am Evangelischen Krankenhaus (Stadtbuslinie 7). Der rote Punkt des Vogelsberger Höhen-Clubs führt uns zum liebevoll restaurierten Bismarckturm und unterhalb des Oberen Hardthofs Richtung Gleiberg. Ein Abstecher auf die Burg ist kein Muss, aber lohnenswert. Das Gelände mit allerlei Gängen, Torbogen und einem Turm zum Besteigen ist nicht nur für Kinder faszinierend.

Der rote Punkt führt am Rande des Wohngebiets bergab, über die Straße und auf halber Höhe nach Launsbach hinein. Dort geht es einen schmalen Steig hinauf, den man auf der Straße umgehen kann ("Am Südhang" weiter folgen, oben links "Zur Napoleonsnase"). Weiter bergauf gelangen wir an den Waldrand. Dem folgen wir jetzt über mehrere Kilometer, bleiben immer wieder stehen und drehen uns um. Fantastisch! Wir erblicken den Feldberg ebenso wie den Hoherodskopf. Unglaublich, dass diese Landschaft aus Vulkanen entstanden ist, sinnieren wir - wie lang ist es ungefähr her, dass sie Lava in den Himmel spuckten? Wir schlagen später nach: Es sind unfassliche 15 Millionen Jahre plus/minus ein paar Milliönchen.

Halt, sind wir vom Weg abgekommen? Diese Befürchtung haben wir mehrmals, denn die roten Punkte sind - im Vergleich zum größtenteils parallel verlaufenden, vom Tourismusverband hauptamtlich betreuten Lahnwanderweg - spärlich gesetzt und an unserem Test-Frühsommertag an vielen Stellen verblasst. An Abzweigungen finden wir die Markierungen aber zuverlässig.

Innehalten und Rundblick genießen

Auch kurz vor Wißmar, wo wir bergab und durch den Ort mit seiner imposanten spätklassizistischen Kirche geleitet werden. Wir überqueren die Lahn auf einer stillgelegten Eisenbahnbrücke und wenden uns am anderen Ufer nach rechts in Richtung Gießen.

Nach einer Viertelstunde passieren wir die Badenburg, wo sich 1834 die hessischen Oppositionellen um Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig trafen ("Friede den Hütten! Krieg den Palästen!"). Auf dem beliebten und daher häufig stark belebten Uferpfad geht es mit etlichen Lahnwindungen zurück in die Stadt. Wer mehr Abstand oder etwas abkürzen möchte, kann auf der anderen Seite des Bahndamms Richtung Neuer Friedhof (Bus 3/13) oder hoch nach Wieseck (5/15 plus Regionalverbindungen) ausweichen.

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