Das Falsett der "Bee Gees" löst Tanzfieber aus

Gießen (srs). Unverwechselbar drang das Falsett aus drei Stimmen durch den Großen Saal der Kongresshalle. Und unausschlagbar erklang die Aufforderung, zu tanzen: "You should be dancing", intonierten auf der Bühne die Musiker der Cover-Band "Night Fever" - vom Original der "Bee Gees" kaum zu unterscheiden.

Hatten Sascha I. und Sandra I. noch wenige Stunden zuvor mit einem gemächlichen Walzer den Ballabend eröffnet, leiteten sie nun in die 70er-Disco-Nacht über. "Night Fever" zur Fastnacht - und die Kongresshalle toste. 300 Menschen besuchten am Samstag den Prinzenball der GFV. Und sie hatten reichlich Gelegenheit zur Bewegung. Mit einer großen Bandbreite an Rock- und Popsongs sowie Schlagern gelang es schon der Formation "The Entertainers", die Besucher auf der stets gefüllten Tanzfläche zu halten.

Kurz nach 20.11 Uhr war der Eröffnungswalzer zu Annunzio Paolo Mantovanis "Charmaine" dem aktuellen sowie ehemaligen Prinzenpaaren der GFV vorbehalten. Zuvor hatte Präsident Franz Koch betont, mit einer närrischen Sitzung habe der Prinzenball nichts zu tun. "Heute gibt es kein Humbahumba und kein Ratata. Wir feiern einen Ball." Für eine entsprechend vornehme Dekoration des Saals in der himbeerroten Farbe des Kleids der Prinzessin hatte im Besonderen Gisela Koch gesorgt. Auf der Bühne prangten riesige Scherenschnitte, die Notenschlüssel und ein tanzendes Paar abbildeten. Auf den Tischen brannten Dochte in altsilbernen Kerzenhaltern. Das Prinzenpaar hieß die Gäste im Foyer der Kongresshalle am Ende eines langen roten Teppichs willkommen.

Die Halle zum Kochen brachte am späten Abend schließlich "Night Fever" mit Klassikern der "Bee Gees" aus fünf Jahrzehnten. Die Musiker Michael Zai, Franco Leon und Uwe Haselsteiner - ihren Vorbildern Barry, Robin und Maurice Gibb gesanglich und dank ihrer Kostümierung auch optisch gleichend - entführten das Publikum in einer Zeitreise vorwiegend in die 60er und 70er Jahre. Die Gäste stürmten vor die Bühne und tanzten ausgelassen zu Hits wie "Massachusetts" und "I.O." und schmettern die Refrains aus voller Kehle mit. Dann tänzelte Prinzessin Sandra I. bis hinauf auf die Bühne, begeisterte stilgerecht mit Tanzschritten und Bewegungen aus "Saturday Night Fever" und setzte gleichzeitig immer wieder dazu an, während der Nummern den Sängern einen Orden um den Hals zu werfen - was dann aber erst in einer kurzen Pause gelang. In einem weiteren Programmpunkt beeindruckte die Schautanzformation der Tanzschule Bäulke unter Leitung von Claudia Bäulke mit einer Darbietung von Nummern aus dem Film "Dirty Dancing".

Koch zog am Ende ein zufriedenes Fazit. "Ich habe unter den Gästen auch viele neue Gesichter gesehen, die der GFV noch nicht angehören", hielt der Präsident fest. Nur einmal ärgerte er sich während des Abends. Als er nämlich bei der Tombola leer ausging. Fluchend - und gleichzeitig schmunzelnd - warf er die Lose von sich. Dass Teilnehmer, die dreistellige Beträge für die Lose im Wert von jeweils fünf Euro ausgegeben hatten, bessere Gewinnchancen haben, liegt zwar auf der Hand. Dass dann während der Auslosung immer wieder dieselben Gäste ihre Preise - unter anderem Großbildfernseher, Reifensätze und Gutscheine für Warenhäuser - abholten, war für den einen oder anderen Besucher dennoch etwas befremdlich.

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