In Bus und Fahrstuhl unterwegs

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Gießen(pm). Die Stadt, wie man sie kennt, mit ihren Orten und Institutionen für Kunst, Kultur und visuelle Medien, soll an diesem Wochenende kreativ aufgemischt werden. Studierende der Kunstwissenschaft und der Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität laden zu besonderen und partizipativen Ausstellungsformaten an (un)gewöhnlichen Orten in und um die Stadt herum ein.

Im Kontext des Projektseminars "(Un)gewöhnliche Orte. Von der Hosentaschenausstellung zum Museum", geleitet von Markus Lepper, will die Kooperation von Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Kunstpraxis durch Studenten neue Möglichkeiten um das Spannungsfeld zwischen künstlerischen Objekten und deren Positionierung im öffentlichen Raum eröffnen. Inspiriert vom Kurator Hans Ulrich Obrist und seinem "Nano-Museum", sollen Fragen nach Ausstellungs-Konventionen, Verortung und Ökonomisierung von Kunstwerken diskutiert werden:

Eröffnet wird "(Un)gewöhnliche Orte" von der digitalen Selfie-Ausstellung: "Guck mal! Warum zeigst du mir das?" an diesem Samstag, 8. Februar, um 13 Uhr bei den "Drei Schwätzern" in der Plockstraße. Im Kontrast zu der analogen Bronzeskulptur wird das Thema des öffentlichen Austauschs im digitalen Zeitalter durch die Selfie-Ausstellung verhandelt. Eine Ansammlung privater Fotos der Studierenden, die eigentlich nicht für den öffentlichen Diskurs vorgesehen waren, werden Passanten des Selterswegs unverblümt präsentiert.

Besondere Ausstellungsformen

Weiterhin können Neugierige mit der mobilen Ausstellung "Unterwegs" von 15.35 bis 17.58 auf der Busstrecke der Linie 10 vom Bahnhof Gießen bis zum Philosophikum 2, Skizzen zum Thema "Unterwegs" im transportablen Präsentationsformat erleben. Die Skizzen werden in Koffern staffiert und an unterschiedlichen Orten ausgestellt.

Um 15 Uhr und am Busparkplatz des Phil 2 in der Nähe der Karl-Glöckner Straße findet die Ausstellung "Aber Glaube" in einem alten Feuerwehr-VW-Bus statt. Glücksbringer, mystisch aufgeladene Objekte und beschützende Symbole finden sich hier an einem ihrer beliebtesten, ursprünglichen Standorte wieder: dem Fahrzeug. Nur dass die Fahrzeug Türen nicht geschlossen bleiben, sonder Interessierte bis 18 Uhr hineinbitten.

Der Abschluss des Ausstellungstages findet in der Diskothek "Scarabée" im Riegelpfad statt. "Klozitate" kontextualisieren die beliebte Plattform der öffentlichen Toilettentüren und Wände, die namenlose, unverbindliche Dialoge und Gedanken behausen und durch "Klozitate" endlich prominentere Aufmerksamkeit erlangen.

Am Sonntag, 9. Februar, bietet die Fahrstuhl-Installation "Kurze Pause" ein gemütlicheres Programm. Von 15 bis 18 Uhr verwandelt sich das technische Transportmittel in ein kleines Wohnzimmer. Besucher sind eingeladen, die Dialektik des Mediums zwischen Ort der Ruhe oder Durchgangssphäre für sich zu verhandeln. Außerdem kann auch die mobile Ausstellung "Unterwegs" noch einmal besucht werden.

Weitere Infos auf Facebook: Kunstplan_giessen bzw. Instagram: Kunstplan_giessen.

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