Die neue Tempo-30-Zone im Wiesecker Ortskern begrüßen Wolfgang Bellof (l.) und Michael Oswald ausdrücklich. Sie haben allerdings noch weitere Forderungen. FOTO: CSK
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Die neue Tempo-30-Zone im Wiesecker Ortskern begrüßen Wolfgang Bellof (l.) und Michael Oswald ausdrücklich. Sie haben allerdings noch weitere Forderungen. FOTO: CSK

Fahrradstraße keine Utopie mehr

  • vonChristian Schneebeck
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Gießen-Wieseck(csk). Träumen wird ja noch erlaubt sein. Erst recht, wenn es der Traum schon bis in eine amtliche Prüfung geschafft hat. Wie soeben bekannt wurde, entsteht im Wiesecker Ortskern eine Tempo-30-Zone. Das begrüßen der Ortsvorsteher Wolfgang Bellof (SPD) und sein Stellvertreter Michael Oswald (CDU). Die beiden Bürgervertreter kommen am Donnerstagabend beim Spaziergang durch den Stadtteil aber relativ schnell auf weitere Wünsche zu sprechen.

Ein Rad- und Fußweg entlang der Philosophenstraße gehört unbedingt und bereits seit langer Zeit dazu. Und außerdem etwas, was Oswald selbst noch als "Utopie" bezeichnet: die Umwidmung von Karl-Benner-Straße und Wingert in eine Fahrradstraße. Beide Vorhaben, die Tempo-30-Zone und die Fahrradstraße, hatten SPD und CDU im November im Ortsbeirat zum Thema gemacht. Ihr Antrag sprach von einer "generellen 30 km/h-Zone" - für "alle Straßen in Wieseck, die momentan nicht mit Tempo 30 ausgeschildert sind", abgesehen von der Marburger Straße. Mit der neuen Regelung ist dieses Ziel nun fast erreicht. Das Gebiet zwischen Marburger Straße, Ludwig-Richter-Straße und Gießener Straße schließt die letzte große Lücke im Ortskern.

"Die meisten Anwohner werden das begrüßen, aber ein Teil wird sicher auch dagegen sein", meint Bellof. Während die "30" vielerorts schon gut lesbar den Asphalt ziert, sind die wegfallenden Vorfahrtsschilder bisher bloß gelb markiert. Rechts vor links heißt es hier bald generell. Einzig die Straßen, in denen Busse verkehren, haben weiterhin Vorfahrt. Ob die Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, müsse die Stadt kontrollieren, fordert Bellof. "Und mehr Informationen wären gut", ergänzt Oswald. Idealerweise solle man die Anwohner durch Zettel im Briefkasten über die Neuerung aufklären.

Bellof und Oswald machen deutlich, dass es ihnen nicht zuletzt um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer im Stadtteil gehe. Die einstweilen "utopische" Fahrradstraße, die als Alternative zu der für Radler nicht ungefährlichen Gießener Straße dienen soll, war deshalb ebenfalls Teil des November-Antrags. Sie taucht in der jetzt vorliegenden Antwort des Magistrats zur Tempo-30-Zone wieder auf. Ob in der Karl-Benner-Straße und im Wingert die Voraussetzungen für eine solche Umwidmung gegeben seien, werde geprüft, schreibt Bürgermeister Peter Neidel (CDU).

Gebaut wird unterdessen in der Steinernen Brücke. Sie sei die einzige noch nie grundhaft sanierte Wiesecker Straße, erklärt Bellof. Das ändert sich laut Ausführungsplan in den kommenden Wochen. Bliebe zum Schluss eigentlich nur noch der Dauerbrenner: der Rad- und Fußweg an der Philosophenstraße in Richtung Eichgärtenallee. Ihren Ärger über die ständigen Verzögerungen können Bellof und Oswald kaum verbergen. Eine brandheiße Nachricht haben sie allerdings auch: Von Oktober an soll ein Umweltgutachten klären, welche Seite sich für den Bau besser eigne.

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