Einbahnstraße und/oder Fahrradstraße sowie Zebrastreifen: Auf die untere Bahnhofstraße kommen auf jeden Fall Veränderungen zu. Foto: Schepp
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Einbahnstraße und/oder Fahrradstraße sowie Zebrastreifen: Auf die untere Bahnhofstraße kommen auf jeden Fall Veränderungen zu. Foto: Schepp

Fahrradstraße gegen PS-Poser?

  • Burkhard Möller
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Gießen(mö). Eigentlich dienen Fahrradstraßen in erster Linie dazu, Radlern einen sicheren Weg durch die Innenstadt zu bieten. Der Stadtverband der Jungen Union sieht in der Einrichtung solcher Strecken auch ein probates Mittel, um die PS-Protzerei zurückzudrängen. "Insbesondere die untere Bahnhofstraße fällt seit Monaten aufgrund rasender und posender, tiefergelegter Autos auf", stellen Vorsitzende Kathrin Schmidt und Pressesprecher Maximilian Roth in einer Erklärung fest.

Im Sinne einer Entschleunigung des Verkehrs und von mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger plädiert der CDU-Nachwuchs für weitere Fahrradstraßen in der unteren Bahnhofstraße, der Schanzenstraße und im Reichensand ab dem Zebrastreifen hinter der Einfahrt zum Karstadt-Parkhaus. Fahrradstraßen, wie es sie in der Goethe-, Lony- und Löberstraße geben wird, stünden für ein "gesundes Mittelmaß" in der Verkehrspolitik. Von einer "komplett autofreien Innenstadt", wie sie die Grünen für den Bereich innerhalb des Anlagenrings vorsehen, halte die JU nichts.

In Fahrradstraßen darf nur 30 km/h gefahren werden, diese Geschwindigkeitsreduzierung gilt in der unteren Bahnhofstraße schon. Hinzu käme eine Bevorrechtigung des Radverkehrs. So müssen Pkw in Fahrradstraßen, die für Kfz freigegeben sind, hinter Radfahrern bleiben, wenn die nebeneinander fahren.

Für die untere Bahnhofstraße plant die Stadt im Zuge eines Verkehrsversuchs ohnehin eine Einbahnstraßenregelung, wenn die Neustadt nach Beendigung der Bauarbeiten wieder geöffnet wird. In Reichensand, untere Bahnhofstraße und Neustadt darf - mit Ausnahme des Busverkehrs - dann nur von der Westanlage eingefahren werden. CDU-Verkehrsdezernent Peter Neidel verspricht sich davon unter anderem weniger Spazierfahrten der Auto-Poser.

Der Vorsitzende Schmidt plädiert ferner für einen weiteren Zebrastreifen als Überweg in der unteren Bahnhofsstraße zwischen Löwengasse und Johannette-Lein-Gasse. Die andersfarbige Pflasterung werde zwar von vielen Fußgängern als Überweg verstanden, sagte er. Sie biete aber nicht den Schutz eines Zebrastreifens. An dem müssen Autofahrer anhalten, wenn sich Fußgänger dem Überweg erkennbar nähern.

Auch beim Parkleitsystem sieht die Junge Union Handlungsbedarf; die von der Stadt angekündigten Modernisierungen und Ergänzungen - Stichwort Johannesstraße - seien ein erster richtiger Schritt. Eine Integrierung des Systems in die "Gießen-App" wäre wünschenswert. Veränderungsbedarf sieht der JU-Stadtverband ferner bei der Benamung einiger Parkhäuser. Kathrin Schmidt: "Wenn man vom Römer-Parkhaus in Frankfurt spricht, weiß jeder, was gemeint ist. Solch einprägsamere Namen fehlen in Gießen. Auswärtige sind beim ›Fina-Parkhaus‹ überfragt."

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