+

Mit dem Fahrrad um die Erdkugel

  • schließen

Mehr als vier Jahre hat Peter Smolka auf der Straße verbracht. Von diesem Abenteuer erzählt der Extrem-Radler aus Erlangen bei seiner Liveshow in der Kongresshalle. Er hat den Globus komplett umrundet, 88 000 Kilometer im Fahrradsattel verbracht und für einen guten Zweck 20 000 Euro gesammelt. Das Foto zeigt ihn auf dem Salar de Uyun in Bolivien, mit über 10 000 Quadratkilometern die größte Salzpfanne der Erde.

Es gibt ihn noch: den Weltumradler, der um die Welt auch wirklich radelt. Der Erlanger Peter Smolka erlebt durch sein Prinzip "Nicht aufgeben, nicht umsteigen - im Sattel bleiben!" auch die schwierigen Momente einer jahrelangen Radtour um den Globus: eisige Kälte in Russland, extreme Hitze in Mittelamerika und Afrika, frustrierenden Gegensturm in der monotonen Steppe Kasachstans, gleichermaßen frustrierende Visumprobleme, die ihn vor der chinesischen Grenze vier Wochen lang festetzen.

Doch die angenehmen Erlebnisse überwiegen bei einem solchen Abenteuer. Als langsam Reisender ist Peter Smolka immer ganz nah an den Menschen und an der Natur. Er nimmt Indien intensiv mit der Nase auf, Südostasien mit dem Gaumen, genießt die Freiheit in der Weite Kanadas. Und besonders überrascht ist er von der Warmherzigkeit der Menschen in Mexiko und Kolumbien, ausgerechnet in den Ländern, die sonst eher wegen der Drogenkriminalität Schlagzeilen machen.

Allerdings macht der Erlanger in Amerika auch die beiden dunkelsten Erfahrungen seines langen Radreiselebens. In Nicaragua überfallen ihn zwei Männer mit einer Machete, und in Argentinien wird ihm drei Jahre nach dem Start zu dieser Tour das treue Fahrrad gestohlen.

Da Flüge über die Ozeane ein Bruch im Reisetempo wären, wählt Smolka den Seeweg und erfährt so auf wochenlangen Reisen über Pazifik und Atlantik viel über das Leben auf modernen Containerschiffen.

Nach der Durchquerung ganz Afrikas von Kapstadt bis nach Kairo kehrt er über den Bosporus nach Europa zurück. Nach 88 000 geradelten Kilometern durch 68 Länder kommt er viereinhalb Jahre nach dem Aufbruch wieder in Erlangen an. Am Ende kann Peter Smolka stolz sagen: "Ich bin um die Erde geradelt - ehrlich!"

Der Reisevirus ist bekanntlich hartnäckig. Den in Hildesheim aufgewachsenen Peter Smolka hat es besonders stark erwischt. Er ist bereits zum zweiten Mal um die Welt geradelt, kehrte 2004 von seiner ersten Tour zurück. Aber immerhin hat er es seit seiner ersten Weltumradlung (siehe www.lemlem.de) neun Jahre lang in Deutschland ausgehalten, bevor er sich wieder auf sein Rad geschwungen hat. Von März 2013 bis Mitte 2017 wollte er sich noch einmal vom Fahrradsattel aus die Welt anschauen.

"Das Fahrrad ist für mich das ideale Reisefahrzeug, weil man nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam unterwegs ist. Und wenn du irgendwo ankommst, ist da dieses wunderbare Gefühl, dass du es dir auch wirklich verdient hast", beschreibt er seine Motivation. Seine Route führte ihn diesmal von Europa über Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika und Afrika wieder zurück nach Erlangen. Auf dem Weg passierte er alle sieben Partnerstädte seiner Heimatstadt. Auch diese Weltumradlung verband Smolka wieder mit einer Spendenaktion, diesmal zugunsten von "Ärzte ohne Grenzen" (MSF).

"Irgendwann habe ich in den Forrest-Gump-Modus umgeschaltet", beschreibt er seine Stimmung gegen Ende der Reise. "Sightseeing gibt es schon lange nicht mehr. Es fehlt mir auch nicht. Ich sitze den ganzen Tag im Sattel und schaue in den Panoramafernseher vor mir, genieße die abwechslungsreichen, üppigen europäischen Landschaften. Wie gut wir es auf unserem Kontinent haben!"

Impressionen von Peter Smolkas zweiter Weltumradlung findet man auch unter www.tour-de-friends.de. (gl)

FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare