Internistische Praxis

Facharztzentrum Seltersberg in Gießen startet

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Die offizielle Einweihung muss noch warten, doch das Ärztehaus in der ehrwürdigen Seltersbergklinik ist startklar. Am 1. Juli werden in der neuen internistischen Gemeinschaftspraxis die ersten Patienten behandelt. Die »Fachärztelandschaft« in der Stadt wird gerade neu sortiert.

Noch ist das stattliche Gebäude auf dem höchsten Punkt des Klinikgeländes eine Großbaustelle, doch ein Gebäudetrakt der traditionsreichen Seltersbergklinik strahlt schon in neuem Glanz. Ab dem 1. Juli werden dort wieder Patienten behandelt. Das Facharztzentrum Seltersberg (FAS) beherbergt auf rund 700 Quadratmetern eine internistische Gemeinschaftspraxis, in der unter anderem die Bereiche Gastroenterologie und Viszeralmedizin, Kardiologie, Pneumologie und Rheumatologie abgedeckt werden. Die Fachärzte waren auch bisher schon in der Stadt bzw. der Region tätig, für die Patienten ändert sich nur der Standort.

Gesellschafter sind Prof. Philip Hardt, Dr. Tobias Gessler, Dr. Manfred Piegsa (bisher Internistisches Praxiszentrum IPZ am St. Josefskrankenhaus/Balserische Stiftung) sowie Dr. Ziya Erkal (bisher Kardiologe im Facharztzentrum am Evangelischen Krankenhaus) und Dr. Peter Collet (bisher Enddarmzentrum Hessen Mitte, Pohlheim). Zum Ärzteteam gehören zudem Dr. Sabine Burger, Dr. Stefan Kuhnert und Prof. Harald Tillmanns (bisher IPZ). Eigentümerin der unter Denkmalschutz stehen Seltersbergklinik ist das Universitätsklinikum. Schon vor der Übernahme durch den Asklepios-Konzern war die Sanierung beschlossen worden.

Ziel der 13 Millionen Euro teuren Erneuerung ist laut Geschäftsführung zum einen der Erhalt der historischen Bausubstanz, zum anderen aber auch die Stärkung bisheriger Kompetenzen.

Neben der Ansiedlung des Ärztehauses wird der onkologisch-internistische Schwerpunkt des UKGM erweitert. Mit der Einrichtung einer Professur für internistische Onkologie - man hat den renommierten Onkologen Prof. Thomas Wehler aus Hamm gewinnen können - werde das Klinikum eine wesentliche Stärkung erfahren, hatte der Ärztliche Geschäftsführer Prof. Werner Seeger Anfang des Jahres erklärt. Auch die Kinderpalliativmedizin sowie das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) aus dem Haupthaus des Universitätsklinikums werden bald in die Seltersbergklinik umziehen.

Kurze Wege auf dem Campus

Durch das neue Ärztehaus am Campus werde deutlich, wie eng die Verzahnung und Kooperation zwischen niedergelassenen Fachärzten, der Forschung und den Möglichkeiten eines Klinikums der Maximalversorgung sei, unterstreicht Hardt. Der Gastroenterologe ist ebenso wie seine Kollegen Gessler, Collet, Kuhnert und Burger auch am UKGM tätig. Die kurzen Wege seien auch im übertragenen Sinne für alle Beteiligten von Vorteil. Hardt: »Wir freuen uns darauf«.

Veränderungen gibt es auch am Internistischen Praxiszentrum in der Friedrichstraße. Die Mediziner werden zum Ende des Jahres auf eine andere Anhöhe der Stadt ziehen: Sie sind künftig im erweiterten Facharztzentrum am Evangelischen Krankenhaus Agaplesion zu finden. »Unser Zeitplan steht«, sagt Dr. Gerhard Nöske, einer der dortigen Gesellschafter.

Die Seltersbergklinik

Die Seltersbergklinik wurde 1930 als »Heilstätte Seltersberg für Tuberkulose der oberen Luftwege« eröffnet. Sie ist ein gut erhaltenes Beispiel für die Innenarchitektur der 1920er Jahre. Architekt Hans Meyer hat in der Zeit des Historismus der Jahrhundertwende und der 1920er Jahre das Stadtbild Gießens maßgeblich geprägt, unter anderem war er am Bau des Stadttheaters, des Volksbads und mehreren Villenbauten beteiligt.

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