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Das heimische Bauunternehmen Faber & Schnepp will das ehemalige »The Sting«- und »CCC«-Gebäude im Seltersweg für eine neue Nutzung aufwendig umwandeln.

»Mordsprojekt«

Gießen: Visionäres Projekt im Seltersweg beispielhaft für Transformation der Fußgängerzone?

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Tolle Nachricht für die Gießener Innenstadt: Das heimische Bauunternehmen Faber & Schnepp stößt im Seltersweg ein visionäres Projekt an, das beispielhaft für die anstehende Transformation der Fußgängerzone stehen könnte.

Gießen – Dass sich die Gießener Innenstadt in Zukunft drastisch verändern muss, wenn sie weiterhin attraktiv bleiben und als Anziehungsmagnet für Menschen aus der ganzen Region dienen soll, wird längst nicht mehr bestritten. »Reine Einkaufs-Innenstädte werden bald der Vergangenheit angehören. Oder - sollte man die Entwicklung ignorieren - tot sein«, hatte Heinz-Jörg Ebert, der Geschäftsführer des BID Seltersweg, bereits Anfang des Jahres in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt.

Das Gießener Bauunternehmen Faber & Schnepp hat nun im oberen Seltersweg ein visionäres Projekt angestoßen, das in Zukunft beispielhaft für die anstehende Transformation der Innenstadt stehen könnte. Wie Geschäftsführer Stephan Faber bestätigte, hat das Unternehmen am Donnerstag den Kaufvertrag für die Immobilie Seltersweg 83 - 85 beurkundet. Zum Kaufpreis, den die Commerz Real als Besitzer der Immobilie aufgerufen hat, wurde Stillschweigen vereinbart.

Gießen: Visionäres Projekt im Seltersweg – Kaufvertrag beurkundet

In dem zweigeteilten Gebäude, in dem vor den aktuellen Zwischennutzungen zuletzt die Schuhhaus-Kette »CCC« sowie der Modefilialist »The Sting« untergebracht waren, will Faber & Schnepp verschiedene Nutzungskonzepte zusammenführen und »damit auch eine Art Referenzobjekt« schaffen, wie Faber sagt.

»Da wir überzeugt davon sind, dass der innerstädtische Wandel weitergehen wird und sehr wahrscheinlich das eine oder andere Gebäude nachfolgen und ebenfalls einer Umnutzung zugeführt werden wird, wollen wir mit dem Projekt zudem zeigen, dass wir auch in diesem Bereich ein leistungsfähiges Unternehmen sind«, sagt Faber zu dem durchaus mutigen Schritt. Immerhin - das betont er selbst - handele es sich bei dem Vorhaben, das aus einer Einzelhandel-Immobilie ein Objekt für eine Mehrfachnutzung machen möchte, um ein »Mordsprojekt« und eine »komplizierte Baustelle«.

Lebensmittelmarkt und Kita sollen ins Gebäude im Gießener Seltersweg

Details zu dem für die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt einzigartigen und überaus bedeutsamen Vorhaben will das Unternehmen der Öffentlichkeit gemeinsam mit dem BID Seltersweg in den nächsten Wochen vorstellen. Dann dürften auch weitere Informationen zum Zeitplan folgen. Dies gilt auch für die zukünftigen Nutzer der Immobilie. Dem Vernehmen nach sollen als Ankermieter im Erdgeschoss ein Lebensmittelmarkt und darüber eine Kindertagesstätte einziehen. Außerdem sei an Wohnungen und Praxisräume gedacht. Das Kellergeschoss soll offenbar zur Tiefgarage umgebaut werden, die über die Südanlage angesteuert werden könnte.

Seit dem Auszug von »The Sting« Ende 2018 stand der rechte Teil der Doppel-Immobilie leer. Die Schuhkette »CCC« räumte im Dezember des vergangenen Jahres aufgrund einer Insolvenz den linken Teil. Derzeit sind dort übergangsweise ein Corona-Testcenter sowie der Showroom eines Autohauses untergebracht.

Immer wieder wurde das Objekt aufgrund des Leerstands und der schwer zu vermietenden Größe der Verkaufsfläche als Sorgenkind des Selterswegs bezeichnet. Dass das Gebäude nun einer neuen vermutlich zukunftsfähigeren Nutzung zugeführt werden soll, kann durchaus als Signal für die Entwicklung einer »neuen Innenstadt« bezeichnet werden. (Marc Schäfer)

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