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Bei den meisten Versuchen der Kinderuni gilt: Nicht zu Hause nachmachen. FOTO: kvk

Explosive Experimente

Gießen(kvk). Während es draußen stürmte und schneite, durften sich die Gäste von "Justus’ Kinderuni" an feurigen Experimenten wärmen. Die letzte interaktive Vorlesung dieses Semesters zeigte Chemie-Unterricht von der explosiven Seite.

Die jungen Chemiker erfuhren von Richard Göttlich und Siegfried Schindler, wie man Gase sichtbar macht und welche Bestandteile verschiedene Nahrungsmittel haben. Zu Beginn der Veranstaltung warnten die beiden Professoren, dass die meisten Versuche nicht zu Hause nachgemacht werden dürften. Sie nahmen die Teilnehmer der Veranstaltung anhand von Comics, Bildern und Experimenten mit durch Justus Liebigs Lebensgeschichte. Dieser habe - fasziniert von Angeboten auf Jahrmärkten - schon als Kind experimentiert, sagte Schindler.

Vorbild nacheifern

Zur Einstimmung durften sich die Kinder wie ihr Vorbild bei dessen erstem Experiment mit Knallerbsen austoben. Alle waren begeistert, als Göttlich das Feuerspucken vorführte. Auch der wollene Sprengstoff nach Liebigs Kollegen Sobrero zog das Publikum in den Bann. Auf die Frage, welche nützlichen Explosionen man kenne, schnellten zahlreiche Finger in die Höhe: Viele kannten sie von Auto-Motoren oder aus dem Bergbau.

Liebig befasste sich nicht nur mit Entflammbarem. Er entwickelte unter anderem einen Spiegel ohne giftiges Quecksilber, analysierte mittels Magnetismus Eisenbestandteile in Nahrung und entdeckte das Backpulver. Letzteres ergibt in Kombination mit Essig einen Kohlendioxid-Feuerlöscher. Dieser Versuch darf laut Schindler zu Hause nachgemacht werden und funktioniere auch mit Brausepulver.

Nach der Bewegungspause mit einer Mitarbeiterin des Hochschulsports ging es weiter mit der Visualisierung unsichtbarer und flüssiger Gase durch Feuer. Auch hier wurde der Alltagsbezug hergestellt: Was passiert, wenn Öl brennt? Die Stichflamme sorgte für lautstarke Begeisterung.

Kanone mit Cola

Ein weiteres Tabu-Experiment heimischer Küchen, die Mentos-Cola-Kanone, hatte die Kinderaugen bereits vor der Pause zum Leuchten gebracht. Dass chemische Unterhaltung nicht brenzlig sein muss, führten Schindler und Göttlich anhand von eingeatmetem Helium vor. Zum Abschluss erzeugten sie eine kalte Explosion mit flüssigem Stickstoff.

Dies war die letzte Veranstaltung von "Justus’ Kinderuni" für dieses Semester; erfolgreiche Teilnehmer von allen vier Vorlesungen konnten sich im Anschluss der Vorlesung ihre Urkunde abholen.

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