Ex-Prinzenpaare kommen in einer Ritterburg

Gießen (jri). Wie eine Ritterburg sieht der silber-grau glänzende neue Fassenachts-Zugwagen für die ehemaligen Gießener Prinzenpaare aus. Ob die Baumeister glauben, dass die rollende Festung beim närrischen Umzug am Faschingssonntag wilden Belagerungsattacken von Katapulten, brennenden Pfeilen oder Leiterangriffen ausgesetzt sein wird?

Ein echter Belastungstest für das riesige Gefährt, das über sieben Meter lang, 3,50 Meter breit und bis zu 4,40 Meter hoch ist, steht noch aus. Mit seinen gigantischen Maßen passt das Monstrum gerade noch unter dem Elefantenklo hindurch. Der von Auszubildenden der ZAUG gGmbH gebaute Wagen soll zusammen mit weiteren Zugnummern der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) ein Blickfang werden, wenn der närrische Lindwurm am kommenden Sonntag durch die Innenstadt zieht.

"Wir sind stolz darauf, dass es mit dem Bau der Wagen so gut geklappt hat", lobten Zugmarschall Carsten Größer, ZAUG-Geschäftsführerin Monika Neumaier, GFV-Präsident Franz Koch und GFV-Projektleiterin Petra Isenberg die Arbeit der Auszubildenden der Maler- und Lackierwerkstatt sowie der Elektrowerkstatt der ZAUG gGmbH. Beim Bauen angeleitet wurden die Azubis von den ZAUG-Verantwortlichen Peter Baumann (leitender Meister der Abteilung Maler und Lackierer), Alexander Poos (Leiter Elektrowerkstatt) und Georg Erb (Bereichsleiter Ausbildung). Das Wagenbauer-Team besucht demnächst sogar ein Fassenachtswagenbau-Fortbildungsseminar in Frankfurt, um weitere Ideen zu sammeln und technische Weiterentwicklungen für die Gestaltung der närrischen Gefährte zu erlernen.

1500 Teilnehmer aus 42 Vereinen

Aus insgesamt 100 Zugnummern wird der Gießener Fassenachts-Lindwurm in diesem Jahr bestehen. Die imposante Zahl von 1500 Zugteilnehmer aus 42 Vereinen wird am Sonntag ab 13.33 Uhr mit großem "Helau" durch die Straßen ziehen. Diese Zahlen teilte Zugmarschall Carsten Größer mit. Erstmals werden rund 40 Zugordner des Technischen Hilfswerkes (THW) im Einsatz sein. Außerdem begleiten etwa 90 Kräfte des Roten Kreuzes und 50 Feuerwehrleute den Zug, um für maximale Sicherheit zu sorgen.

Die Fassenachtsvereinigung kostete der Zug eine erhebliche Summe Geld. "Allein von den neun GFV-Wagen wird für etwa 3000 Euro Wurfmaterial an die Zuschauer verteilt. Das sind nicht nur Bonbons, sondern auch viele hochwertige Spielsachen", erläutert Größer. Die Kosten für die Musikkapellen würden mit etwa 5000 Euro zu Buche schlagen. Einschließlich Versicherung und Sichheitsmaßnahmen lässt sich die GFV den Zug etwa 14000 Euro kosten.

Der Zugmarschall ruft deshalb die Zuschauer an der Strecke dazu auf, ein "Zugabzeichen" für zwei Euro zu erwerben. Die hübsche Anstecknadel, die für dieses Geld ausgehändigt werde, sei erstens ein schönes Erinnerungsstück und Sammelobjekt, und zweitens würde damit ein Teil der Kosten für den Umzug gedeckt. Erhältlich sind die Zugabzeichen bei allen GFV-Veranstaltungen sowie direkt vor dem Umzug, wenn die vorweg laufenden Elferrats-Frauen die Abzeichen anbieten. " Wir machen das auch deshalb, weil wir sonst ähnlich wie in Wetzlar von den Vereinen und Gruppen, die am Umzug teilnehmen, eine Gebühr erheben müssten. Und das wollen wir nicht", betont Größer. Die Ex-Prinzenpaare und der Senat bezahlten jedoch stets alle Kosten für ihre Wagen und für ihr Wurfmaterial aus eigener Tasche.

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