"Europa. Eine Welt von gestern?"

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Nach 1945 ist der Westen wie ein Phönix aus der Asche auferstanden. Doch heute mehren sich Stimmen, die Europa bedroht sehen – von innen und von außen. Die Ringvorlesung des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität, Prof. Joybrato Mukherjee, nimmt im Wintersemester unter dem Titel "Europa. Eine Welt von gestern?" aus verschiedenen Blickwinkeln eine Zeitdiagnose vor und behandelt Krisenphänomene, aber auch die Chancen, die ein vereintes Europa als Welt von morgen hat. Die Reihe richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Alle Vorträge laufen in der Aula im Hauptgebäude, Ludwigstraße 23. Sie beginnen jeweils montags um 19.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Nach 1945 ist der Westen wie ein Phönix aus der Asche auferstanden. Doch heute mehren sich Stimmen, die Europa bedroht sehen – von innen und von außen. Die Ringvorlesung des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität, Prof. Joybrato Mukherjee, nimmt im Wintersemester unter dem Titel "Europa. Eine Welt von gestern?" aus verschiedenen Blickwinkeln eine Zeitdiagnose vor und behandelt Krisenphänomene, aber auch die Chancen, die ein vereintes Europa als Welt von morgen hat. Die Reihe richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Alle Vorträge laufen in der Aula im Hauptgebäude, Ludwigstraße 23. Sie beginnen jeweils montags um 19.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Start ist am 15. Oktober mit einem Gespräch von Prof. Claus Leggewie, Organisator der Reihe, mit dem deutsch-französischen Politologen und Publizisten Prof. Alfred Grosser. Thema ist die Bedeutung des deutsch-französischen Verhältnisses als Motor für die europäische Entwicklung. Welches Potenzial steckt noch in dieser Freundschaft? Warum haben deutsche und europäische Politiker so verhalten auf die Initiativen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron reagiert? Grosser wurde 1925 in Frankfurt geboren, emigrierte mit seiner Familie 1933 nach Frankreich und wurde Mitglied der französischen Widerstandsbewegung. Seit 1955 ist er Professor an der Sorbonne in Paris. Grosser zählt zu den geistigen Wegbereitern der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in den Jahren nach 1945. Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Preise und Ehrungen.

Am 22. Oktober geht Prof. Christine Landfried der Frage nach: "Warum klappt es nicht mit einem Europa der Bürger und wie können wir das ändern?" Landfried ist emeritierte Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und Senior Fellow an der Hertie School of Governance, Berlin.

Unter dem Titel "Gemeinsame europäische Werte – Fiktion oder Wirklichkeit?" richtet Prof. Angelika Nußberger am 19. November den Fokus darauf, dass auch Selbstverständliches infrage gestellt werden kann. War es eine Fiktion, für Europa gemeinsame Klammern zu definieren – Rechtsstaat, Demokratie, Sozialstaat? Nußberger ist Vizepräsidentin des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Im Vortrag "Wider die Silikonisierung Europas: Plädoyer für eine andere digitale Öffentlichkeit" am 10. Dezember argumentiert Dr. Emmanuel Alloa, dass wir einem gigantischen Missverständnis aufsitzen, wenn wir meinen, die Digitalisierung befördere automatisch mehr Stimmenvielfalt und Beteiligungsmöglichkeiten. Europa brauche ein Bewusstsein dafür, dass es keine transparenten Medien gibt. Alloa lehrt an der Universität St. Gallen und ist Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.

Am 21. Januar beleuchtet Prof. Peter-André Alt in seinem Beitrag mit dem Titel "Universitäten für Europa" die Anfänge der europäischen Universitäten im Mittelalter, ihre Verfassung, Organisation und die transnationale Idee einheitlicher Wissenschaft. Er befasst sich anschließend mit der Frage, was Universitäten im 21. Jahrhundert zu einem friedlichen und freiheitlichen Europa im Zeichen produktiver Zusammenarbeit beisteuern können. Alt ist Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

Im Vortrag "Europäische Vergesellschaftung: Das Europa der Leute" legt Prof. Steffen Mau am 28. Januar den Fokus auf den europäischen Integrationsprozess, der auch die Gesellschaften und die Lebenswelten der Bürger verändert. Er ist Professor für Makrosoziologie in Berlin.

Zum Abschluss liest der in Köln lebende Schriftsteller Navid Kermani am Donnerstag, 7. Februar, aus seinem Buch "Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan". Kermani wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2015).

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