74 000 Euro veruntreut

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Gießen (edg). Wegen Untreue in 64 Fällen und Vortäuschung einer Straftat hat das Gießener Amtsgericht einen ehemaligen Finanzreferenten des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) schuldig gesprochen. Die Veruntreuung von rund 74 000 Euro hatte der Angeklagte am Mittwoch gestanden. Das Gericht setzte zwei Jahre Freiheitsstrafe zur Bewährung für vier Jahre aus. Der Verurteilte muss zudem 300 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie Wertersatz leisten und rund 64 700 Euro begleichen.

Gießen (edg). Wegen Untreue in 64 Fällen und Vortäuschung einer Straftat hat das Gießener Amtsgericht einen ehemaligen Finanzreferenten des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) schuldig gesprochen. Die Veruntreuung von rund 74 000 Euro hatte der Angeklagte am Mittwoch gestanden. Das Gericht setzte zwei Jahre Freiheitsstrafe zur Bewährung für vier Jahre aus. Der Verurteilte muss zudem 300 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie Wertersatz leisten und rund 64 700 Euro begleichen.

Für die Studentenschaft hatte der 31-Jährige Pohlheimer das Ehrenamt des Finanzreferent von 2011 bis 2015 inne. Während dieser Zeit hatte er Bareinnahmen des AStA verwaltet, vornehmlich aus dem Lehrmittrelreferat und den regelmäßig veranstalteten Feten. Anstatt das im Tresor lagernde Geld regelmäßig auf das Konto des AStA einzuzahlen, hatte er immer wieder kleinere Beträge auf seine Privatkonten eingezahlt. Um die Untreue zu vertuschen hatte er im Oktober 2015 einen Raubüberfall vorgetäuscht, das sah das Gericht als erwiesen an.

"Meinem Mandanten ist es wichtig zu erklären, warum er das Geld genommen hat", sagte der Verteidiger. "In Syrien herrscht Krieg, es gibt kein funktionierendes Gesundheitssystem und er hat damit seine schwer kranken Großeltern unterstützt." Der Zeuge sei in psychologischer Behandlung, schwer belastet und könne deshalb nicht selbst sprechen, sagte der Verteidiger. Durch den freien Zugang zu den Barmitteln und ohne zusätzliche Kontrolle habe der AStA die Tat erst ermöglicht. Nach dem Geständnis verzichtete das Gericht auf weitere Zeugen.

"Es war sicherlich ein Fehler in jungen Jahren begünstigt durch Missstände", sagte der Staatsanwalt. Er richtete sich auch an die Familie des Angeklagten: Sie hätten ihn in eine schwierige Lage gebracht. Am Ort des angeblichen Überfalls wurden auch DNA-Spuren seines Bruders gefunden. "Ich habe keinen Zweifel, dass es diesen Raub nicht gegeben hat", sagte der Richter. Ohne das Geständnis der Untreue habe eine Strafe über drei Jahre ohne Bewährung gedroht. Zugute hielt er dem Angeklagten das Geständnis und den Beweggrund für die Untreue, obwohl das keine Entschuldigung sein könne. Das Urteil ist rechtskräftig.

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