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Die Männer des ACE zählen etliche Verstöße am Neustädter Tor in Gießen.

Neustädter Tor

Etliche Verkehrsvergehen an Neustädter Tor gezählt – Autos blinken nicht, Radfahrer steigen nicht ab

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Mitglieder eines Automobilclubs beobachten einen Tag lang den Verkehr am Neustädter Tor in Gießen. Und ob Auto- oder Fahrradfahrer: Hunderte Verstöße werden gezählt.

Gießen – Die Kreuzung vor der Galerie Neustädter Tor ist ein zentraler Knotenpunkt des Gießener Verkehrs. Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer treffen aufeinander, der Bahnhaltepunkt spült Pendler in die Stadt, das Einkaufszentrum lockt zudem Einkaufswillige an den einstigen Oswaldsgarten. »Mit Blick auf den Verkehr ist das ein sehr spannender Ort«, sagt daher Jens Womelsdorf.

Der Regionalbeauftragte des ACE Auto Club Hessen hat die Situation am Mittwochvormittag (16.06.2021) zusammen mit drei ACE-Mitstreitern genauer unter die Lupe genommen - und dabei etliche Verstöße registriert.

Verkehrsverstöße am Neustädter Tor in Gießen: „U-Turns“ und Abbiegen ohne Blinken

Zwischen 9.30 und 11.30 Uhr zählten die Männer Verkehrsteilnehmer, Verstöße und auffälliges Verhalten. So erfassten sie beispielsweise 294 Autofahrer, die ohne zu blinken abbogen. »Das ist ein signifikantes Problem«, sagt Womelsdorf und betont, dass fehlendes Blinken vor allem für die auf der Kreuzung fahrenden Fahrradfahrer eine Gefahr darstelle. Besonders dann, wenn Abstände nicht eingehalten würden, was an diesem Morgen 44-mal der Fall gewesen sei. 25 Autofahrer missachteten zudem die Vorfahrt bzw. vollführten einen an dieser Stelle verbotenen »U-Turn«. Mindestens zwölf Autofahrer hatten am Steuer ein Smartphone in der Hand, drei fuhren über eine rote Ampel.

»Bei den Fahrradfahrern haben wir die meisten Verstöße gezählt«, fügt der Kreisvorsitzende Gerd Wegel an. Besonders die Ampel zwischen dem Bahnhaltepunkt und der Neustadt sei Ort des Geschehens gewesen. »Die Radfahrer steigen nicht ab. Das ist vor allem dann gefährlich, wenn Kinder oder Rollstuhlfahrer die Ampel überqueren.« Laut Wegel sind an diesem Vormittag etliche Radfahrer über die Fußgängerampel stadteinwärts gefahren und dann über den Bürgersteig geradelt, bevor sie schließlich auf die Straße Neustadt gewechselt sind. »Ein Fahrradfahrer ist dabei auch gestürzt«, sagt Wegel.

Fahrradfahrer benutzen in Gießen Fußgängerampeln ohne Abzusteigen

Laut Womelsdorf haben innerhalb von zwei Stunden 179 Radfahrer die Fußgängerampeln genutzt, 79 von ihnen stiegen dabei aber nicht ab. Sieben Radfahrer fuhren demnach bei Rot, zwölf telefonierten mit dem Smartphone.

Bereits im Oktober hatten die ACE-Mitglieder vor dem Neustädter Tor den Verkehr beobachtet und Verstöße gezählt. Allerdings lässt sich aus den Werten keine eindeutige Tendenz ableiten. Damals dürften zum Beispiel mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben als jetzt. Auf der anderen Seite hatte es bei der Zählung im Oktober geregnet, was vor allem Auswirkungen auf die Anzahl der Radfahrer gehabt haben dürfte.

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