Erster Schritt zum Beruf

  • vonSaskia Elisa Sophie Nagel
    schließen

Man muss hier arbeiten wollen", betont Rita Keppers, Projektverantwortliche bei "First Step" – Qualifizierungs- und Vermittlungsangebot für die Pflege. Seit letztem Juli führt das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Gießen, Wetzlar und Wiesbaden dieses Pilotprojekt durch. Es ist Teil des IQ Netzwerks Hessen und richtet sich an über 25-Jährige an- und ungelernte Migranten, insbesondere an Geflüchtete mit hoher Bleibeperspektive, wie der Regionalleiter des Bildungswerkes Gießen, Reiner Sippel, erklärt.

Man muss hier arbeiten wollen", betont Rita Keppers, Projektverantwortliche bei "First Step" – Qualifizierungs- und Vermittlungsangebot für die Pflege. Seit letztem Juli führt das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Gießen, Wetzlar und Wiesbaden dieses Pilotprojekt durch. Es ist Teil des IQ Netzwerks Hessen und richtet sich an über 25-Jährige an- und ungelernte Migranten, insbesondere an Geflüchtete mit hoher Bleibeperspektive, wie der Regionalleiter des Bildungswerkes Gießen, Reiner Sippel, erklärt.

Das Universitätsklinikum Gießen hatte sich frühzeitig als Kooperationspartner für Praktika angeboten und für sechs Teilnehmer Einstiegsmöglichkeiten in Pflegeberufe geschaffen. Da der aktuelle Kurs Ende des Monats endet, zogen Bildungswerk und UKGM nun gemeinsam Bilanz und stellten die Teilnehmer vor.

Abdulrahman Almas beispielsweise stammt aus Afghanistan und beginnt nun im Anschluss an das neunmonatige Projekt ein freiwilliges soziales Jahr auf der Station 2.6 im Klinikum. Die Rumänin Lenuta Bucur hat in ihrer Heimat und in Italien jahrelange Erfahrung im Bereich der Ergotherapie und Altenpflege gesammelt. Nach ihrem Einsatz auf der Station Pfaundler im UKGM wird sie nun ein Praktikum im Johannesstift machen.

"Ich fühle mich dort sehr wohl", lächelt Bucur. Die Arbeit mit alten Menschen sei ein bisschen so wie früher in Rumänien im Bereich der Kinderneurologie.

Die Voraussetzungen als Teilnehmer bei "First Step" umfassen unter anderem Sprachkenntnisse mindestens auf Niveau A2 und die Teilnehmer sollten darüber hinaus neu auf dem deutschen Arbeitsmarkt sein wie Sippel vom BWHW erklärte. Die praktische Arbeit helfe immens beim Spracherwerb, betonte der stellvertretende Pflegedirektor des UKGM, Thomas Menzel.

Stellvertretend für alle Stationsleitungen gab Thiemo Meyer einen Einblick in den Arbeitsalltag der Projektteilnehmer. Das Engagement der ersten Absolventen sei wirklich bemerkenswert. Bei Almas sei etwa der Aufenthaltstitel zunächst noch sehr unklar gewesen. Trotzdem besuchten alle Teilnehmer einen berufsspezifischen Deutschkurs im Umfang von zehn Wochenstunden – neben der Arbeit. Almas ginge zusätzlich mit dem Klinikseelsorger auf Spieleabende, um seine Deutschkenntnisse zu erweitern. "Das Projekt heißt "First Step" – in Sachen medizinisches Vokabular muss noch einiges passieren. Doch es ist ein erster Schritt in Richtung Beruf", sagte Sippel. "Insgesamt gibt es in Hessen 30 Teilnehmer", ergänzte Steffen Uhde, Koordinator beim BWHW.

Am kommenden Montag, 27. März, lädt das BHWH zu einem Info-Tag ein, denn ab Mai startet die zweite Runde des Projekts. Während der neun Monate soll es für die neuen Teilnehmer drei Praktika von je vier Wochen Dauer geben, wie die Projektverantwortliche Frauke Baumgarten erklärte. Wichtig sei neben dem Spracherwerb und der Praxiserfahrung aber auch die gute Betreuung der Lernenden. Es ginge ja immer auch um die Anschlussoptionen. "Die Teilnehmer werden zu Vorstellungsgesprächen begleitet. Und auch bei anderen Fragen bieten wir ihnen Betreuung und Unterstützung an."

"Um hier in Deutschland anzukommen, muss man arbeiten", betonte die Kaufmännische Geschäftsführerin des UKGM Gießen, Christiane Hinck-Kneip. Nur so könne Deutschland seine Themen bearbeiten. "Wir müssen Arbeit anbieten."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare