_1LOKSTADT302-B_142023_4c
+
Pro-Palästina-Demo am Katharinenplatz.

Demonstration

Erneute Kundgebung am Samstag vor dem Gießener Rathaus

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
    schließen

Unter dem Motto »Frieden und Gerechtigkeit in Palästina und Nahost« findet am heutigen Samstag, 29. Mai, um 15 Uhr auf dem Berliner Platz vor dem Rathaus eine weitere Kundgebung statt.

Gießen – Aufgerufen dazu haben unter anderem die Palästinensische Gemeinde Hessen und die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) sowie »jüdische und christliche Friedensaktivisten«.

Mit dieser Kundgebung soll laut Veranstalter »gegen die anhaltende und systematische Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch den israelischen Staat« protestiert werden. Angemeldet ist die Demo bei der Stadt von 15 bis 17 Uhr für bis zu 400 Teilnehmer. Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen ist der Gießener Ramazan Kuruyüz, der vor mehr als 20 Jahren Vorsitzender des städtischen Ausländerbeirats gewesen war. In dem Aufruf zur Demo in Gießen betonen die Veranstalter, »friedlich demonstrieren« zu wollen, um sich »für den Frieden und Gerechtigkeit in der Region« einzusetzen. »Alle Gleichsetzungen der aktuellen Ereignisse mit der Vernichtung der europäischen Juden während der Zeit des Faschismus und Relativierungen des Holocausts weisen wir entschlossen zurück. Wir dulden keinerlei antisemitische Parolen, Plakate oder Transparente«, heißt es in dem Aufruf.

Demonstration in Gießen: Polizei rechnet mit „friedlichem Verlauf“

Die Polizei rechnet laut Sprecher Jörg Reinemer vom Polizeipräsidium Mittelhessen mit einem »friedlichen Verlauf«. »Wir sind vor Ort. Da es nach unseren Erkenntnissen eher gemäßigt zugehen wird, werden wir nicht mit so einem großen Aufgebot auftreten wie am vergangenen Samstag«, sagt Reinemer. Vor einer Woche hatte ein breites Gießener Bündnis zu einer Kundgebung auf dem Rathausvorplatz aufgerufen, um ein Zeichen gegen Judenhass zu setzen, während parallel dazu am Katharinenplatz eine Pro-Palästina-Demonstration mit etwa 80 Teilnehmern stattgefunden hatte.

»Wir wenden uns gegen jede Form des Antisemitismus, Rassismus und der Menschenfeindlichkeit. Wir verurteilen entschieden Angriffe auf religiöse Zentren, Synagogen und Hassparolen gegen jüdische Mitbürger in unserem Land und wir stellen uns entschieden gegen alle Versuche, die militärische Eskalation im Nahen Osten für antisemitische Stimmungen zu nutzen«, schreibt Kuruyüz. Zugleich dürfe jedoch nicht der Fehler gemacht werden, »die berechtigte Kritik an Israel leichtfertig als Antisemitismus zu diskreditieren und Friedensaktivisten als Antisemiten zu kriminalisieren«. (mac)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare