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Der rosarote Kreis kennzeichnet den Fundort der Fliegerbombe.

Erneut Fliegerbombe in Gießen gefunden

Gießen (mö). In Gießen ist bei Bauarbeiten erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Wie die Gießener Allgemeine Zeitung am Mittwochabend erfuhr, waren Arbeiter auf dem Poppe-Gelände am Leihgesterner Weg am Dienstag auf Überreste eines fünf Zentner schweren Sprengkörpers amerikanischer Herkunft gestoßen.

Eine akute Gefahr geht von dem Sprengkörper nicht aus, sagte der GAZ Grundstückseigentümer Daniel Beitlich von der Revikon GmbH. Entschärft werden soll die Bombe wohl erst am Wochenende, wenn rund um das frühere Industriegelände weniger Verkehr herrscht. Eine Evakuierung der nahen Kliniken ist offenbar nicht geplant.

+++ Das Poppe-Gelände im Überblick

Stadt und Polizei wollen im Laufe des Nachmittags über die weiteren Schritte informieren. Bericht darüber folgt.

Speziell das Gelände der Firma Poppe am Leihgesterner Weg war für die Allierten ein kriegswichtiges Ziel, da das Unternehmen Gummi für die Wehrmacht produzierte. Im sogenannten "Bomben-Baedecker" der Royal Air Force, mit dem die Besatzungen der "Lancaster"-Bomber gebrieft wurden, hieß es über das Angriffsziel "Hake" (Hecht): "Gießen ist eine Universitätsstadt, Hauptverwaltungssitz für Oberhessen mit einer Anzahl kleinerer Betriebe für Maschinen, Armaturen, Gummi und Reifen. Im Transportwesen ist Gießen ein wichtiger Knotenpunkt für die Strecken Frankfurt-Kassel und dem Ruhrgebiet. Es befindet sich dort ein umfangreiches Bahngelände."

+++ Artikelsammlung zum Luftangriff aus Gießen

Beim schweren Angriff am 6. Dezember 1944 ereignete sich auf dem Poppe-Gelände ein Drama, als ein Teil der alten Bierkeller, die als Luftschutzräume genutzt wurden, durch einen Volltreffer einbrach und bis zu 100 Menschen getötet wurden.

+++ Mehr Fotos aus dem zerstörten Gießen

Erst im November war am Rand der Weststadt eine amerikanische 50-Kilogramm-Fliegerbombe gefunden worden. In diesem Fall sahen sich die Behörden zu Evakuierungen, einer weiträumigen Absperrung und Verkehrsumleitungen gezwungen.

+++ Bildergalerie zum Weststadt-Bombenfund im November

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