Karstadt bleibt in Giessen erhalten. Das freut die Mitarbeiterinnen Renate Lindner (links) und Petra Vasiliadis. FOTO: SCHEPP
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Karstadt bleibt in Giessen erhalten. Das freut die Mitarbeiterinnen Renate Lindner (links) und Petra Vasiliadis. FOTO: SCHEPP

Erleichterung am Selterstor

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Gießen(mac). Um kurz nach 14 Uhr geht am Freitag, 19. Juni, dieses Jahres ein kollektives Aufatmen durch die Gießener Filiale der Warenhauskette Ga-leria Karstadt Kaufhof. Die rund 200 Mitarbeiter haben soeben von Geschäftsführer Lothar Schmidt und dem Betriebsrat in einer gemeinsamem Versammlung erfahren, dass der Standort am Selterstor nicht von den vielen geplanten Schließungen von Filialen betroffen ist. Wochen und Monate hatten die Mitarbeiter gehofft und gebangt. Die gute Nachricht sorgt bei einigen für Freudentränen. Auch wenn das Gießener Haus in der Vergangenheit stets zu den erfolgreicheren gehört habe, sei die Verunsicherung groß gewesen, betonen langjährige Angestellte. "Wir waren uns bewusst, wie knapp es war."

Zum Feiern war den Angestellten damals nicht zumute. Schnell war man auch in Gießen in Gedanken bei den etwa 60 Standorten, die auf der Streichliste standen. Dies habe - heißt es noch heute - auf die Stimmung gedrückt. Und auch die Corona-Pandemie setzte dem Warenhaus am Selterstor zu. Vom ersten Lockdown massiv betroffen, ließ sich die Zeit nach der Wiedereröffnung und über den Sommer zunächst recht gut an, auch während des Teil-Lockdowns habe das Geschäft vor allem gut funktioniert, heißt es von Lothar Schmidt, dem Geschäftsführer der Filiale.

Im Oktober wurde dann die Lebensmittelabteilung geschlossen, die jahrelang Zugpferd gewesen war. Mittlerweile ist dort der asiatische Supermarkt Go Asia eingezogen. Auch das habe sich laut Schmidt "sehr erfreulich" entwickelt. Doch nur wenige Tage nach der Eröffnung am 1. Dezember musste das restliche Kaufhaus wieder in den Lockdown. Wie das Unternehmen diese Schließung verkraftet, steht in den Sternen. "Diese Schließung in der Zeit vor Weihnachten, einer so wichtigen Zeit für den Handel, ist schlimm, aber letztlich eine Notwendigkeit, da die Pandemie gestoppt werden muss", sagt Schmidt. Seine Mitarbeiter wünschen sich heute indes wohl die kurze Erleichterung aus dem Sommer zurück - und dass das Gefühl über das Jahr 2021 hinaus bleibt.

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