Der Posaunenchor begleitet die Feier am Denkmal zu Ehren der Kriegstoten musikalisch. FOTO: HIN
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Der Posaunenchor begleitet die Feier am Denkmal zu Ehren der Kriegstoten musikalisch. FOTO: HIN

Erinnerung wachhalten

  • vonDagmar Hinterlang
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Gießen-Kleinlinden(hin). Auch in Kleinlinden wurde am Sonntag der Toten beider Weltkriege und der Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gedacht. Pfarrer Ekkehard Landig rief dazu auf, das Erinnern an die Opfer von Gewaltherrschaft und Vertreibung wachzuhalten. "Wer sich erinnert, schaut kritischer auf die Entwicklungen der Gegenwart", sagte Landig. Er verwies auf die Vorgeschichte von Terror und Krieg, auf Fanatismus und Nationalismus. Der gewaltfreie Diskurs dürfe nicht verloren gehen.

Ein Dutzend Zuhörer hatten sich am Denkmal zu Ehren der Kriegstoten auf dem Kleinlindener Friedhof eingefunden. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde sorgte für den musikalischen Rahmen. Das milde, sonnige Wetter und die goldglänzend zu Boden segelnden Blätter trugen zur stimmungsvollen Atmosphäre bei.

Prof. Frieder Lutz erinnerte an den Luftangriff auf Kleinlinden am 6. Dezember 1944. Insbesondere gedachte er der beiden russischen Kriegsgefangenen, die abseits des Ehrenfriedhofs, fast unbeachtet, an der Friedhofsmauer bestattet worden waren. Erst jüngst seien ihre Gedenksteine von Unkraut befreit worden. Ortsvorsteher Dr. Klaus Dieter Greilich verwies auf die Bombentrichter im Bergwerkswald. Die Zeitzeugen sterben langsam aus. Das schreckliche Geschehen von damals dürfe aber nicht in Vergessenheit geraten, mahnte Greilich. Er zitierte die Aufschrift am Kriegerdenkmal in der Frankfurter Straße/An den Schulgärten. Darin heißt es: "Lernen wir, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. … Nie wieder Krieg." Greilich forderte dazu auf, die Botschaft der Inschrift in den Alltag mitzunehmen. Als Vertreter des Magistrats nahm Stadtrat Dr. Johannes Dittrich an der Gedenkveranstaltung teil. Klaus Seiter sprach für den Kirchenvorstand.

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