Diese Gedenkstele für Mildred Harnack-Fish steht vor dem Seminargebäude Philosophikum im Alten Steinbacher Weg. Der Standort nimmt Bezug auf ihre literaturwissenschaftliche Promotion an der JLU und ihr Wirken als Dozentin. FOTO: FRIESE
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Diese Gedenkstele für Mildred Harnack-Fish steht vor dem Seminargebäude Philosophikum im Alten Steinbacher Weg. Der Standort nimmt Bezug auf ihre literaturwissenschaftliche Promotion an der JLU und ihr Wirken als Dozentin. FOTO: FRIESE

Erinnerung an Mildred Harnack-Fish

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Gießen(pm). Mit einer Stele erinnert die Justus-Liebig-Universität an die US-amerikanische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und JLU-Alumna Mildred Harnack-Fish. Die Skulptur aus schwarzem Granit ist nun vor dem Seminargebäude Philosophikum im Alten Steinbacher Weg aufgestellt worden. Der Standort nimmt Bezug auf die literaturwissenschaftliche Promotion von Mildred Harnack-Fish an der Universität Gießen und ihr Wirken als Dozentin.

Einweihung mit Feier erst 2021

Bei der Skulptur handelt es sich um die Schwesterstele zu einem Kunstwerk, das die Widerstandskämpferin in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin würdigt. Eine feierliche Einweihung der Stele im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten und einer Delegation aus Wisconsin, wo Harnack-Fish geboren wurde, ist pandemiebedingt für das kommende Jahr geplant.

"Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und an diejenigen, die sich der NS-Gewaltherrschaft mutig widersetzten, ist unsere gesellschaftliche Verantwortung", so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. "Mit dieser Stele gedenken wir unserer Alumna Mildred Harnack-Fish sichtbar und dauerhaft." Der Gedenk- ort schlage zudem eine weitere Brücke zur Partneruniversität in Wisconsin und erweitere die Zusammenarbeit um eine wichtige Dimension.

"Mildred Harnack-Fish war eine der Frauen, die ihre Stimme gegen die Diktatur erhoben und für die Demokratie gekämpft haben. Für ihre Überzeugungen hat sie ihr Leben gelassen", betonte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. "Haltung zeigen ist aktueller denn je. Nur wenn wir entschlossen für unsere demokratischen Prinzipien einstehen, bleibt unsere Gesellschaft zukunftsfähig", unterstrich Bouffier.

Die Gedenkstele an der JLU geht zurück auf eine Anregung des amerikanischen Dozenten Dr. Nick Schweitzer von der Law School der University of Wisconsin-Madison, der 2018 einen Lehraufenthalt am Fachbereich Rechtswissenschaft der JLU absolvierte. Während seiner Gastdozentur hatte er Kontakt mit dem Dekanat aufgenommen und eine Initiative zum Gedenken an Mildred Harnack-Fish vorgestellt. Hintergrund war eine Mildred Harnack-Fish-Gedenk-stele des Künstlers John Durbrow, die 2018 in den USA errichtet worden ist. Mit Wisconsin ist das Land Hessen seit mehr als vier Jahrzehnten partnerschaftlich verbunden, weshalb die Einweihung der Gedenkstele in Madison im Juli 2019 während einer Delegationsreise des Ministerpräsidenten in die USA stattfand, an der auch die Wissenschaftsdelegation und somit JLU-Präsident Mukherjee sowie die Leiterin des Akademischen Auslandsamts der JLU, Julia Volz, teilnahmen. In Abstimmung mit der Hessischen Staatskanzlei, der Stadt Madison, dem Künstler John Durbrow und dem Initiator Dr. Nick Schweitzer beschloss das Präsidium die Installation einer Schwesterstele an der JLU. Die Stele fertigte Steinmetz Alexander Horst aus Hungen an.

Die Anfertigung und die Installation der Stele kosteten rund 9000 Euro. Die Skulptur wurde mit finanzieller Unterstützung von Dr. Nick Schweitzer, der Hessischen Staatskanzlei und der Volksbank Mittelhessen und unter Beteiligung des Akademischen Auslandsamts und der ehemaligen Leiterin des Uniarchivs, Dr. Eva-Marie Felschow, realisiert. Neben der Stele erinnern in Gießen auch das Mildred-Harnack-Fish-Haus, eine Mensa und ein Wohnheim des Studentenwerks an die Widerstandskämpferin.

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