Erhöhtes Leber-Risiko im Advent

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Gießen(pm). Eigentlich ist der Advent ein Zeitabschnitt am Jahresende, in dem die Menschen nach Monaten hektischen Treibens zur Ruhe und Einkehr kommen - und genießen möchten. Dieses Jahr war geprägt von der Corona-Pandemie, von Einschränkungen, die fast alle Bereiche des Lebens betrafen und teilweise weiterhin betreffen. Erste Zahlen belegen, dass Bewegungsmangel und verändertes Ess- und Freizeitverhalten in den vergangenen Pandemie-Monaten bei Kindern und Erwachsenen bereits zu einer Gewichtszunahme geführt haben.

Darüber hinaus kommen Umfragen zu dem Ergebnis, dass auch der Alkoholkonsum während der Corona-Pandemie gestiegen ist. Die Deutsche Leberstiftung nimmt diese Entwicklungen zum Anlass, in der Adventszeit, die traditionell mit einem vermehrten Verzehr von Süßigkeiten, Fettem und Alkohol einhergeht, vor dem Gesundheitsrisiko Fettleber zu warnen.

"Die Corona-Pandemie stellt für viele Menschen eine große emotionale Belastung dar: Jeder dritte Erwachsene hat in der Krise mehr Alkohol getrunken. Gleichzeitig bewegen sich Erwachsene und Kinder weniger und ernähren sich teilweise ungesünder, was eine Gewichtszunahme zur Folge hat", erläutert Prof. Elke Roeb, Chefärztin der Gastroenterologie am Universitätsklinikum Gießen und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung. Roeb warnt: "Diese geänderten Verhaltensweisen sind ein hohes Risiko für die Lebergesundheit. Es besteht die Gefahr der Bildung einer Fettleber, die bereits vor der Corona-Pandemie ein häufiges Problem in Deutschland war."

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland hatte bereits vor der Pandemie eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber. Auch jedes dritte übergewichtige Kind hatte eine Fettleber.

Erkrankungen häufig unbemerkt

Roeb erklärt, wie sich sowohl eine nicht alkoholische Fettleber als auch eine alkoholische Fettleber langfristig zu hohen Gesundheitsrisiken entwickeln kann: "Durch vermehrte Fettablagerung in den Zellen kann sich die Leber entzünden. Aus dieser chronischen Entzündung kann sich eine Leberfibrose entwickeln, die eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs zur Folge haben kann. Und das Tückische bei Lebererkrankungen ist, dass sie zunächst häufig unbemerkt verlaufen. Deswegen lautet mein dringender Appell, gerade in der Adventszeit ganz bewusst auf eine gesunde Ernährung zu achten". Auch wenn das Sportstudio geschlossen hat: Bewegung in den eigenen vier Wänden oder draußen in der Natur sei ebenso effektiv. Selbstverständlich soll niemand komplett auf Genuss verzichten, doch schon eine bewusstere Auswahl von Lebensmitteln, die etwa durch das in Deutschland kürzlich erlaubte Nährwertkennzeichen Nutri-Score erleichtert wird, könne helfen, die Leber gesund zu halten. Interessierte, die wissen möchten, ob sie ein erhöhtes Risiko für eine Lebererkrankung haben, können auf der Website der Deutschen Leberstiftung einen Lebertest machen.

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