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Gärtner Richard Golle im Ulrichsteiner Vogelsberggarten. FOTO: BRIGITTA MÖLLERMANN

Erhalt der Vielfalt im Mittelgebirge

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Einige Pflanzen wachsen nur auf dem Hausberg von Ulrichstein. Der Vogelsberggarten dort dient inzwischen sogar als Genpool. Es wird zwar auf den Schutz von Pflanzen und Tieren geachtet, aber der Mensch ist als Besucher immer willkommen

Eine moderne Kulturlandschaft braucht auch Refugien für die Natur. Eines davon liegt im Vogelsberg. Der naturnahe Vogelsberggarten auf rund 600 Höhenmetern ist ein Teil des Naturparks im Hohen Vogelsberg und gehört zur Stadt Ulrichstein. Die Attraktivität des Schlossbergs dort in Hessens höchstgelegener Stadt hat durch die Anlage rund um die Burgruine enorm an Attraktivität gewonnen. Besonderen Kriterien bestimmten bereits vor zwei Jahrzehnten die Auswahl für dieses FFH-Gebiet (Flora - Fauna - Habitat), damit an dieser Stelle eine große floristische und faunistische Artendiversität gepflegt und erhalten werden kann.

Auf dem rund sechs Hektar großen Gelände überdauern viele geschützte Lebensraumtypen und Arten. Für viele weitere Pflanzen, die nur an dieser Stelle vorkommen, dient der Vogelsberggarten inzwischen sogar als Genpool.

Erhalten, fördern, unterstützen

"Es ist der schönste Platz in der Stadt und ein Hotspot für die ganze Region", sagt Edwin Schneider, der 2011 zum Bürgermeister der Stadt Ulrichstein gewählt wurde. Aus diesem Grund helfen auch mehrere Leute aus dem Ort und der Umgebung gerne als Paten mit, die Beete im Garten zu pflegen. Auch er selbst setzt sich persönlich als Vorsitzender des Fördervereins für den Garten ein. Zu alledem hilft die Stadt mit beim Erhalt der Gartenanlage, indem ihre Bauhofmitarbeiter in Absprache mit dem Geschäftsführer manche Arbeiten übernehmen. Außerdem beteiligt sich der Naturpark finanziell mit 4000 Euro jährlich.

Immer wieder fließen auf Anfrage namhafte Spenden verschiedener Sponsoren in die Kasse des Betreibervereins. "Da kommen schon mal 5000 Euro von der OVAG (Oberhessische Versorgungsbetriebe), der hessenWIND (Betreiber des Windparks), von Vogelberger Firmen sowie einigen Vereinen zusammen", erwähnt Bürgermeister Schneider. Er freut sich, dass vor diesem Hintergrund in den vergangenen Jahren über 26 000 Euro unter anderem in Schautafeln, mehreren Hochbeete, eine zweite Hütte als Unterstand plus die Ausbesserung des Weges durch den Sukzessionswald angelegt werden konnten.

Zudem betont er, dass der Vogelsberggarten weiterhin offen und für jedermann zugänglich bleiben soll. Man ist sich einig, wenn Zäune gesetzt oder erneuert werden, sollen sie keinesfalls die Besucher aussperren, sondern die Kühe und Schafe im Rahmen von Weideprojekten an Ort und Stelle halten.

Der Schlossberg ist längst zu einem touristischen Highlight im Vogelsberg geworden. Auf dem Ulrichsteiner Wanderweg "Weitblicktour" durchqueren immer wieder zahlreiche Gäste den Vogelsberggarten. Oft legen sie eine Rast auf einer der Bänke auf dem Gelände ein und genießen am Höhepunkt ihrer Tour das wundervolle Panorama.

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