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Noch ist die Lahnstraße an ihrem Südende ein Nadelöhr. Das soll sich bis 2024 ändern, wenn die alte Bahnbrücke nach dem Vorbild der erneuerten (hinten) ausgebaut wird.

Verkehr in Gießen

Nadelöhr in Lahnstraße soll weg - Lange Vollsperrung nötig

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Die Lahnstraße in Gießen war zuletzt lange gesperrt. Bauarbeiten waren der Grund. Nun könnte die Strecke bald wieder für längere Zeit geschlossen werden.

Gießen – Zahlreiche Entsorgungsbetriebe, das große Klärwerk, die Hubschrauberlandeplattform und die Wohnblocks der Margaretenhütte prägen das Gebiet rund um die südliche Lahnstraße. In den nächsten Jahren könnte sich das Industrie-Image der Gegend deutlich wandeln. Das macht die Aufzählung deutlich, anhand derer Bürgermeister Peter Neidel am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats die Bedeutung einer weiteren Millioneninvestition betonte.

Mit dem Um- und Ausbau der zweiten Bahnbrücke am Ende der Lahnstraße wird sich laut Neidel auch die verkehrliche Erschließung von bereits existierenden und geplanten Einrichtungen wie dem Jobcenter, dem Museum im früheren Notaufnahmelager, der Jugendherberge, dem Fernbusbahnhof und möglicherweise einem Hotel verbessern. »Das ist eine wichtige Infrastrukturmaßnahme für die Stadt Gießen«, sagte der scheidende CDU-Planungs- und Verkehrsdezernent.

Lahnstraße in Gießen wird erneut gesperrt

Fast 7,5 Millionen Euro wollen die Stadt Gießen und die Deutsche Bahn laut dem vom Magistrat beschlossenen Projektantrag in die Hand nehmen, damit aus dem bislang noch ampelgeregelten Nadelöhr am Übergang der Lahnstraße nach Kleinlinden endgültig eine hindernisfreie Verkehrsverbindung wird. Davon verspricht sich Neidel auch eine »Entlastung der Frankfurter Straße« und einen schnelleren Abfluss vor allem auch des Schwerverkehrs zu den Anschlussstellen des Gießener Autobahnrings.

Gießen: Nadelöhr an der Lahnstraße soll wegfallen

Wie das am Ende aussehen wird, lässt sich bereits an der östlichen der beiden Eisenbahnbrücken besichtigen, die in den letzten Jahren mit einem ähnlichen Kostenaufwand umgebaut wurde. Wenn im Laufe des Jahres 2024 auch das zweite Bauwerk umgebaut sein wird, könnten hier auch moderne Reisebusse den geplanten Fernbusbahnhof auf der Westseite des Zugbahnhofs direkt von Süden ansteuern. Die alten Brücken sind und waren dafür zu niedrig.

Wie Neidel sagte, habe die Stadt die Bahn überzeugen können, die zweite Brückenbaumaßnahme vorzuziehen. Die Bahn habe für das Jahr 2023 konzernintern Sperrpausen des Bahnverkehrs bereits beantragt. Die alten Brückendurchfahrten sind derart schmal, dass immer nur ein Auto hindurchfahren kann. Die neuen Unterführungen sind elf Meter breit, ermöglichen einen Begegnungsverkehr inklusive Radschutzstreifen. Der städtische Kostenanteil beträgt knapp fünf Millionen Euro, ein Landeszuschuss ist Anfang August bei Hessen Mobil gestellt worden. Das Projekt bedeutet aber auch: Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2022 wird die Lahnstraße für längere Zeit wieder zu einer Sackgasse. (mö)

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