Benefiz-Rennen

Enten sprinten im Eiswasser Gießens um die Wette

  • vonChristian Schneebeck
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Wenn kleine Plastikenten um die Wette schwimmen, dann ist der Lions-Club "Justus von Liebig" am Werk. Diesmal wird die Benefiz-Veranstaltung sogar live gefilmt.

Oben sirrt die Drohne, unten liefern sich die Protagonisten ein veritables Schnabel-an-Schnabel-Rennen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sprinten 34 Quietscheentchen am Donnerstagmittag beim elften Gießener Entenrennen über die Wieseck. Live dabei ist nur ein zehnköpfiges Team des Lions-Clubs Gießen "Justus von Liebig" - sonst niemand. Denn wegen Corona wird das eigentlich in den Sommer gehörende Charity-Event dieses Jahr bei winterlichem Schmuddelwetter aufgezeichnet. "Wir wollten unser Rennen unbedingt noch irgendwie stattfinden lassen", erklärt Markus Pfeffer, bevor er dick eingepackt in die Wieseck steigt.

Minus zwei Grad Celsius nennt der Rennleiter als aktuelle Wassertemperatur. Es liegt demnach wohl nicht allein an der deutlich verkürzten, noch etwa 100 Meter langen Strecke, dass die Enten vom Start weg richtig Gas geben. Worauf sollen sie auch warten: Keine Zuschauer, keine Ententrainer, lediglich Pfeffer, die Kameramänner Tim Matras und Julian Neuweger sowie eine gute Handvoll Helfer schauen ihrem Treiben zu. Und statt nach einem Countdown gebührend aus einer großen Baggerschaufel zu Wasser zu gleiten, plumpsen die Plastik-Athleten, die diesmal ausnahmsweise nur von Firmen zu erwerben waren, ganz unspektakulär aus Pappkartons von der Brücke Goethestraße.

Während dem Wettkampf das traditionelle Drumherum folglich komplett fehlt, setzt der Lions-Club technisch neue Maßstäbe. Neuweger filmt - sozusagen immer auf Schnabelhöhe - mit einer durch einen Gimbal fixierten Handykamera, Matras steuert unterdessen die Drohne für die Vogelperspektive. Das Rohmaterial erhält neben dem Schnitt übers Wochenende noch einen von Pfeffer gesprochenen Kommentar. Fertig ist das digitale Entenrennen.

Trio fast zeitgleich

Zurück zum Geschehen auf der Strecke: Dort erreicht ein Trio fast gleichzeitig die Ziellinie. Darf am Ende die Ente jubeln, die als einzige der drei nicht auf dem Flügel liegend gen Rennleitung unterwegs ist? Handgestoppte zwei Minuten und 46 Sekunden war die Siegerin jedenfalls unterwegs. Ein einigermaßen lahmer 100-Meter-Sprint für menschliche Verhältnisse - aber eine wahre Glanzleistung im Quietscheentensport.

Wenig später haben Pfeffer und Co. ihren Job erledigt. Nach dem obligatorischen Siegerfoto samt Maske geht’s schnell zurück ins Warme. Die Firma hinter der Gewinner-Ente freut sich über ein Team-Building-Event für 20 Personen im Kletterwald. Und der Lions-Club hat nach erster Schätzung rund 9000 Euro Erlös für die Organisation "StartKlar - sozialmedizinische Nachsorge für Frühgeborene und kranke Neugeborene" eingenommen.

Bloß wer beim elften Entenrennen triumphiert hat, wird hier noch nicht verraten. Die Auflösung folgt im fertigen Film, der ab Montagabend, 18 Uhr, auf www.giessener- entenrennen.de zu sehen ist.

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