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Jan-Sven Glübrecht und Hanna Kunkel an der Kasse des Kinopolis. FOTO: CG

Opa und Enkel in spannender Mission

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In der ersten Reihe ist noch Platz. Wow! Ganz vorne! Der Junge ist begeistert. "Spione undercover. Für mich und den Opa", sagt er und bittet den Kassierer um die Tickets. "Lass uns weiter nach hinten gehen, gleich wirst du sehen, warum", erklärt der Großvater. Der Junge ist einverstanden. Die beiden machen sich auf den Weg Richtung Kinosaal, zwei ungleiche Superspione in spannender Mission. Sie sind bei Weitem nicht die einzigen an diesem Nachmittag, die Oma-Opa-Enkel-Konstellation ist oft vertreten. In der letzten Schulferienwoche ist viel los im Kinopolis. Starwars, die Eiskönigin, Latte Igel und Jumanji sind die Renner in diesem Winter. Rund um Weihnachten ist Kinozeit, sagt Hanna Kunkel, die an diesem Tag gemeinsam mit ihrem Kollegen Jan-Sven Glübrecht hinter der Kasse steht. "Da kamen am Tag bis zu 4000 Leute, die Schlangen reichten bis zur Treppe", schildert die Studentin. "Wir nehmen noch Popcorn und Cola dazu", informiert ein Mädchen seine Mutter. "Das gehört zum Schüler-Sonderpreis". Die rollt mit den Augen. "Ein halber Liter von dem süßen Zeug? Wer braucht denn so etwas?" Vier Jugendliche diskutieren die Platzwahl. Die beiden Mädchen geben sich cool, kichernd werfen sie ihr langes Haar zurück und deuten auf das Display neben der Kasse, das die freien Reihen anzeigt. Ihre Begleiter, mit frisch frisiertem Undercut und in schicken Klamotten, fühlen sich offenbar nicht ganz so wohl, gestresst treten sie von einem Bein aufs andere. Das Teeniedasein kann anstrengend sein.

Eine ältere Dame ist entsetzt, als sie entdeckt, dass der Film fast eineinhalb Stunden dauert. "Dann müssen wir uns aber beeilen, dass wir den Bus noch kriegen", sagt sie mit einem besorgte Blick auf die Uhr.

Sorgen ganz anderer Natur hat eine Frau, die mit fünf Jungen im Schlepptau Tickets kauft. "Ich sitze in der Mitte, dann habe ich euch alle unter Kontrolle", sagt sie und lacht. Die Jugendlichen verziehen keine Miene. Es ist kurz vor 14.30 Uhr, gleich gehen in einigen der Kinos die Vorstellungen los. D-Box oder nicht? Eine vierköpfige Familie marschiert Richtung Kasse und weiß noch nicht, ob sie sich die bewegten 3-D-Sessel gönnen soll. Das heißt, die Mutter hat eine klare Position dazu: "Ich glaube, es hackt. So viel Reizüberflutung halte ich nicht aus". Die beiden Söhne und der Mann sehen das anders. Geile Sache, finden sie. Aber teuer. Sie entscheiden sich dagegen. Bleibt die Frage, ob es die Skywalker oder die Spione undercover werden sollen. Egal, sagen die Jungs. Hauptsache, keine Eisprinzessin. (cg)

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