Auf Höhe des Lebensmittelgeschäftes in der Gießener Straße 16 entstehen laut Ortsbeirat beim Be- und Entladen von Lkws immer wieder gefährliche Situationen. FOTO: CSK
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Auf Höhe des Lebensmittelgeschäftes in der Gießener Straße 16 entstehen laut Ortsbeirat beim Be- und Entladen von Lkws immer wieder gefährliche Situationen. FOTO: CSK

Zu eng, zu voll, zu zögerlich

  • vonChristian Schneebeck
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Gießen-Wieseck(csk). Wenn im Ortsbeirat Wieseck mal wieder ein besonders "leidiges Thema" aufgerufen wird, ahnen Stammgäste schon, welcher Dauerbrenner gleich zur Debatte steht. So geschehen bei der Sitzung am Donnerstagabend, als die CDU-Fraktion direkt zwei Anträge zur Philosophenstraße einbrachte. Der erste betraf den seit Jahrzehnten geplanten Rad- und Fußweg. Gemäß einem einstimmig verabschiedeten Papier möchten die Bürgervertreter zwar nur einen Bericht über den Sachstand. Michael Oswald nutzte die Gelegenheit aber auch, um etwas Dampf abzulassen.

Gefahr beseitigen

Er sei "ein bisschen verärgert", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Grund sei ein aktuelles Schreiben des Stadtverordneten Michael Janitzki (Gießener Linke) an den Magistrat. Daraus ergebe sich, dass dieser den Weg "eigentlich nicht haben" wolle, so Oswald, der sich im Vorfeld eine Rücksprache mit dem Kollegen gewünscht hätte. Stattdessen werde "der Ortsbeirat hier nicht ernst genommen", wenn dieser sich unablässig für das Projekt stark mache. Die Frage Janitzkis, wie viele Menschen den Weg wohl nutzten, offenbare beispielhaft mangelnde Kenntnisse. "Es geht nicht um die Zahl", betonte Oswald. "Es geht darum, eine Gefährdung zu beseitigen."

Norbert Kress (Bürgerliste für Umweltschutz und Frieden) meinte, das Schreiben sei vielleicht ein "Anstoß" für intensivere Diskussionen. Unterdessen liege ein Umweltgutachten zu dem Rad- und Fußweg vor, sodass demnächst das Planfeststellungsverfahren beginne, teilte Ortsvorsteher Wolfgang Bellof (SPD) mit.

Möglichst kurzfristig soll etwas anderes in der Philosophenstraße Realität werden: Die Bürgervertreter wünschen sich, dass die Stadt die Fahrbahnmarkierungen entfernt, so wie es unlängst in der Gießener Straße und einigen Seitenstraßen passiert ist. Ohne die Markierungen müsse "sich der Verkehr gegeneinander fairer verhalten", erklärte Oswald. Nur fair fänden es die Wiesecker außerdem, wenn die Behörden den Inhaber des Lebensmittelgeschäftes in der Gießener Straße 16 dazu bewegten, nicht weiter den Verkehr vor seinem Laden auszubremsen.

Immer wieder sorgten dort Lkws beim Be- oder Entladen für Engstellen, hieß es. Oswald sprach von einem "unmöglichen Zustand" - und davon, dass der Ladenbesitzer mitunter "neben den Lkws steht und nicht eingreift". Ferner erhielt eine SPD-Vorlage die Stimmenmehrheit: Obwohl wegen der Corona-Pandemie häufig Teilnehmer von Trauerfeiern vor der Friedhofskapelle stünden, sei die Lautsprecheranlage nicht auf dem erforderlichen Stand. Sie müsse "auf ihre Funktions- und Leistungsfähigkeit hin untersucht" und gegebenenfalls erneuert werden.

Die Bürgerfragestunde warf zum Schluss ein eher unerwartetes Thema auf. Denn eine Zuhörerin wollte wissen, wie weit die Planung für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Marburger Straße/Hangelsteinstraße gediehen sei. Schon jetzt verursachten Staus auf der Marburger Straße jede Menge Ausweichverkehr im Ortskern. Die neuerdings vorgesehene Wohnnutzung auf dem Brauhaus-Areal, die das Stadtparlament kommende Woche durch eine Novelle des 30 Jahre alten Bebauungsplans "Teichweg/Kiesweg" ermöglichen soll, bringe künftig etliche zusätzliche Fahrten, sagte die Bürgerin.

Ein Kreisel könne Abhilfe schaffen. Tatsächlich befinde sich die Planung für das Baugebiet "in einem sehr frühen Stadium", antwortete Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD). Entsprechend würden Fragen wie diese noch geklärt.

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