Emma und Paul

  • vonSebastian Schmidt
    schließen

Gießen(seg). Im Mittelalter waren Waldemar und Ruth beliebte Vornamen, Anfang des 20. Jahrhunderts Wilhelm und Elisabeth. Heute gehören Lio und Leni zu den zehn am meisten in Gießen vergebenen Vornamen des Jahres 2020. Auf den Spitzenplätzen liegen aber Emma (33 Mal vergeben) und Paul (31).

Lottas und Idas gab es 2019 nicht

Aber wie entstehen Namenstrends eigentlich? Man könnte erwarten, dass manche Namen über Jahre an Beliebtheit gewinnen und andere verlieren. Aber manchmal geht es Schlag auf Schlag. Lotta (19), Leni (18), Ida (16) und Lio (14) wurde 2019 kein einziges Kind in Gießen genannt. Im letzten Jahr haben dann aber jeweils mehr als zehn Kinder diese Namen bekommen. Vielleicht haben sich die Eltern alle auf den gleichen Webseiten oder in den gleichen Büchern Inspiration geholt?

Emma und Paul hingegen sind bereits seit mehreren Jahren beliebte Namen. Auf den ersten drei Plätzen bei den Mädchen lagen auch vorletztes Jahr die Namen: Lina, Ella, Emma, in dieser Reihenfolge. Bei den Jungen lagen 2019 die Namen Paul, Ben und Emil vorne.

Genau so schnell, wie Namen an Beliebtheit gewinnen können, können sie auch verlieren. Jonathan wurden zum Beispiel 2019 noch 18 Kinder genannt. 2020 waren es vier. Genauso erging es Maximilian. Haben 2019 noch 17 Kinder diesen Namen bekommen, waren es 2020 fünf.

Auffällig ist, dass die meisten Namen kurz sind. Die durchschnittliche Namenslänge der zehn beliebtesten Namen beträgt sowohl bei Jungen, als auch bei Mädchen, 4,2 Buchstaben. Emilia und Matteo sind mit sechs Buchstaben die längsten Namen. Ida, Mia, Ben und Lio gehören mit drei Buchstaben zu den kürzesten. Wenn man die ersten hundert vergebenen Namen betrachtet, erhöht sich die durchschnittliche Buchstabenzahl auf 5,1 bei Mädchen und 5,18 bei Jungen. Namen mit mehr als acht Buchstaben wurden selten vergeben: zum Beispiel Maximilian (5) und Alexander (4) oder Anastasia (4) und Charlotte (8).

Jedes dritte Kind mit Zweitnamen

Fast ein Drittel (1 054) aller Kinder haben letztes Jahr einen Zweitnamen bekommen. Alexander (12) und Marie (34) gehörten zu den Favoriten der Eltern. Drittnamen haben noch 68 Kinder bekommen und mehr als drei Namen zehn Kinder. Jeweils ein Mädchen und ein Junge haben einen Fünftnamen erhalten: Anni und Morris.

Die Geburtenrate ist indes auch dieses Jahr wieder gestiegen. Dem Standesamt wurden 3 234 Geburten gemeldet. Das sind 72 Kinder mehr als 2019 (3 162) und 200 mehr als 2018 (3 034).

Das Gießener Standesamt führt die Namens-Statistik übrigens unter "Mädchen" und "Knaben". 2020 gab es keinen Fall, in dem Eltern "Divers" oder "keine Angabe" bei dem Geschlecht ihres Kindes angaben. Beides wäre möglich, wenn das Kind keinem Geschlecht eindeutig zugeordnet werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare