khn_Coronavirus_Luftfilt_4c_1
+
Mit einer Spendenaktion sollen weitere mobile Luftfilteranlagen für Gießener Schulen finanziert werden.

Eltern sammeln Geld für Luftfilter

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
    schließen

112 Luftfilter hat die Stadt für den Einsatz in den Gießener Schulen und Kitas angeschafft. Mit Blick auf den Herbst fordern einige Eltern nun weitere Geräte. Deshalb läuft jetzt eine Spendenaktion für die Liebigschule und die Ludwig-Uhland-Schule.

Das Aufstellen von Luftfiltern in Klassenräumen gilt in der Corona-Pandemie als ein Baustein, um so viel Unterricht wie möglich in Präsenz zu ermöglichen - und dabei ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Die Stadt hatte relativ schnell über ein Programm des Landes Hessen 101 Geräte für die Schulen und elf für Kitas angeschafft. Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst, auf die Unwägbarkeiten mit der Delta-Variante des Virus und die nächste mögliche Welle haben Eltern nun auf Anregung des Schulleiters der Liebigschule (Lio), Dirk Hölscher, eine Spendenaktion gestartet. Sie sammeln Geld, um Luftfilteranlagen für die Ludwig-Uhland-Schule und die Lio finanzieren zu können.

Hölscher hatte den Förderverein des Gymnasiums angesprochen, nachdem ihm die Stadt grünes Licht gegeben hatte, dass die Schule zusätzliche Luftfilter organisieren dürfe. Im Förderverein sitzt Annika Kruse, die viele Jahre auch in der Elternvertretung der Ludwig-Uhland-Schule aktiv war. Nun ziehen an der weiterführenden Schule und an der Grundschule Schulleitungen, Förderverein und Schulelternbeirat an einem Strang.

Eine Anlage kostet brutto 3450 Euro

Es ist nur ein kleiner Teil der Klassenräume, der mit Luftfiltern ausgerüstet ist. Die Stadt hat in diesem Zusammenhang immer wieder darauf hingewiesen, dass regelmäßiges Lüften die beste Methode bleibe, einen vernünftigen Luftaustausch in den Klassenzimmern zu erreichen. Luftfilter seien in den Räumen aufgestellt worden, die sich nicht gut lüften lassen oder an stark frequentierten Straßen liegen, teilt die Stadt auf Anfrage mit. »An der einen oder anderen Schule werden wir noch nachsteuern, beispielsweise an der Ricarda-Huch-Schule, gegebenenfalls auch in Kindertagesstätten«, sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser. Sofern es Fördermöglichkeiten gebe, könnten weitere Geräte im mittleren zweistelligen Bereich angeschafft werden.

So manchen Eltern ist das zu wenig. »Unsere Kinder sitzen auch in diesem Herbst in Klassenräumen ohne Luftreinigungsanlage. Alles, was der Politik dazu einfällt ist: lüften«, heißt es in einem Brief an die Eltern der Uhlandschule. Es sei eigentlich nicht Aufgabe der Väter und Mütter, für gute Lernbedingungen in der Schule zu sorgen. »Aber diese außergewöhnliche und beängstigende Pandemiesituation zwingt auch uns Eltern dazu, außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen.« Eines sei klar: »Wenn wir es jetzt nicht in die Hand nehmen, macht es keiner.«

An der Lio ist die Spendenaktion gerade angelaufen. Das Ziel an der Uhlandschule ist es, alle 13 Klassenräume mit einer Anlage zu bestücken. Ein Luftfilter kostet brutto 3450 Euro. Das bedeutet: Es müssten rund 45 000 Euro an Spenden gesammelt werden. Für die Grundschule könnten aktuell acht bis neun Geräte angeschafft werden. »Unter anderem der Ehemann einer Lehrerin hat ein Gerät finanziert«, sagt Kruse, die betont, dass es sich um viel Geld handele. »Wir Eltern müssen zusammenhalten und solidarisch sein. Es geht um unsere Kinder. Wer es sich finanziell leisten kann, sollte die Aktion unterstützen.«

Stadt will »beraten und begleiten«

Die Stadt sieht das Engagement positiv. »An allen unseren Schulen gibt es sehr aktive Fördervereine, die die Ressourcen für den Bildungsbereich auf unterschiedliche Weise mehren und durch vielfältiges Engagement Schulen unterstützen«, teilt die Stadt mit. Beim Aufstellen von mobilen Luftfiltern müsse aber beachtet werden, »dass nur Geräte zum Einsatz kommen können, die den von uns definierten Anforderungen entsprechen«. Die Geräte müssten professionell aufgestellt und angeschlossen werden. Jedoch stünden der Stadt dafür keine eigenen Mittel zu Verfügung. Die Stadt werde aber beraten, begleiten und überwachen.

Kruse enttäuscht diese Aussage: »Ich hatte gehofft, dass die Stadt uns da ein Entgegenkommen zeigt«, sagt sie. Davon entmutigen lassen wollen sich die Engagierten nicht. Es gebe bereits Gießener Unternehmen, die ihre Unterstützung signalisiert hätten.

Kontakt für potenzielle Spender: kontakt@foerderkreis-lus.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare