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Die Sitzplätze an den Grundschulen - wie hier in der Pestalozzischule - bleiben nun doch vorerst unbesetzt. FOTO: PM

"Einige Eltern sind mit Sicherheit erleichtert"

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Gießen(jri). Mitten in die Vorbereitungen der Grundschulen für den geplanten Unterrichtsstart für Viertklässler ist am Freitagmittag der Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel geplatzt: Die ab Montag vorgesehene Schulpflicht für Viertklässler in Hessen wurde vom Gericht vorläufig außer Kraft gesetzt (siehe Seite 1 und Seite 6).

Also nun doch kein Re-Schulstart für die ältesten Grundschüler. Katja Agari, kommissarische Leiterin der Kleebachschule in Gießen-Allendorf, zeichnete gerade Markierungen zur Abstandsregelung auf den Schulhof auf, als sie von dem Urteil überrascht wurde - genau wie viele Eltern und Lehrkräfte auch.

"Einige Eltern und Kollegen sind über das Urteil mit Sicherheit sehr erleichtert. Das Ansteckungsrisiko ist so geringer, und auch die Befürchtung, dass die Abstandsregeln in der Schule eventuell doch nicht so leicht einzuhalten sind, fällt erstmal weg", sagt Agari. Denn bei größeren Schulen wie etwa der Grundschule Gießen-West mit rund 70 Viertklässlern seien die Abstände schwerer einzuhalten wie an der vergleichsweise kleinen Kleebachschule, wo es nur eine vierte Klasse mit rund 20 Kindern gibt.

Vielleicht gewinne der Schulträger durch das Urteil ja auch noch etwas Zeit, bei den Hygienevorkehrungen noch einmal etwas nachzubessern, meint Katja Agari. Umsonst seien die schulischen Vorbereitungen der letzten Tage aber sicher nicht gewesen. "Irgendwann werden die Schüler ja wieder zurückkommen." Man müsse jetzt noch einmal abwarten, wann es endgültig soweit sei.

Während manche Gießener Eltern die Gerichts-Entscheidung begrüßten, äußerte sich die Mutter eines Schülers der Ludwig-Uhland-Schule enttäuscht: "Mein Sohn ist Viertklässler und hatte sich so sehr wieder auf die Schule gefreut. Und auch für mich ist es eine Belastung, wenn er den ganzen Tag zu Hause ist, weil ich noch ein kleineres Kind zu betreuen habe." Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe wie etwa Stadtbusfahrer zeigten sich dagegen erleichtert. In den Bussen werde es nun nicht ganz so voll werden, wenn die Viertklässler vorerst noch nicht zur Schule fahren.

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