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»Eine ziemlich runde Sache«

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Von: Burkhard Möller

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Richtfest an der Rundbau-Kita in der Weststadt. © Burkhard Moeller

Gießen (mö). Wer regelmäßig auf dem Werner-Gleim-Damm am Rand der Weststadt unterwegs ist, dem ist der eigentümliche Rundbau, der da seit Monaten an der Wilhelm-Leuschner-Straße entsteht, aufgefallen. Das sprachliche Bild, das Stadträtin Astrid Eibelshäuser am Freitag für die Architektur und das, was in einem Jahr in dem Gebäude passieren wird, gebrauchte, lag also auf der Hand:

»Das wird eine ziemlich runde Sache.«

Bei der Sache, an der Richtfest gefeiert wurde, handelt es sich um das rund vier Millionen Euro teure neue Familienzentrum neben der Grundschule Gießen-West. Ab Mitte kommenden Jahres sollen dort 70 Kleinkinder betreut werden, davon 50 in zwei Kita-Gruppen für Kinder ab drei Jahren und 20 in zwei Krabbelgruppen im Alter zwischen eins und drei. Schwerpunkt der Arbeit in Kita und dem multifunktional nutzbaren Familienzentrum wird der Spracherwerb sein.

Im Beisein von Diakonie-Geschäftsführer Holger Claes und dessen Mitarbeiterinnen, denen die Stadt die Trägerschaft für das Familienzentrum angetragen hat, sprach Jugenddezernentin Gerda Weigel-Greilich von einem sozial- und familienpolitischen »Vorzeigeprojekt«. Auch die auffällige Architektur und die Investitionssumme zeigten, »welchen Stellenwert die Kinderbetreuung in Gießen seit vielen Jahren hat«. Diese Ergänzung der sozialen Infrastruktur passe in die Gesamtentwicklung des Stadtteils. Weigel-Greilich: »Die Weststadt hat in den letzten 20 bis 30 Jahren eine enorm positive Entwicklung genommen.« Einen wesentlichen Beitrag dazu leiste das Diakonische Werk mit seinen Sozialeinrichtungen, zu denen auch das benachbarte Jugendzentrum »Holzwurm« gehört, wo sich baulich auch noch etwas tun soll. Gut für die Stadtkasse: Das Projekt wird zu 90 Prozent aus dem Investionspakt »Soziale Integration im Quartier« finanziert.

Anlass zur Freude hatten auch Architektin Kristin Dirschl (Frankfurt) sowie Unternehmer und Zimmermeister Kai Laumann, der den traditionellen Richtspruch vom Rondell herunter kundtat. Laumann, dessen Firma nur rund 800 Meter entfernt in Launsbach ihren Sitz hat, wird den Rohbau mit Holz und gelochtem Wellblech einkleiden. Oben auf dem Rundbau entstehen ein Gründach und eine Solaranlage zur Eigenstromerzeugung. Die Wärme kommt aus dem Netz der Stadtwerke.

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